Kommentar: Gescheitert im Schatten von Habeck und Baerbock

Der Rücktritt von Ricarda Lang und Omid Nouripour ist ein Alarmzeichen für die Grünen. Die Umfragewerte sind längst einstellig, hinzu kommen die verheerenden Ergebnisse bei den vergangenen drei Landtagswahlen in Ostdeutschland. Nicht zu vergessen die in weiten Teilen der Bevölkerung verbreitete Aversion gegen die vermeintliche Übergriffigkeit der Klimapartei (Stichwort Heizungsgesetz).
Ricarda Lang und Omid Nouripour haben daraus die Konsequenzen gezogen. Nun befindet sich die Partei an einem existenziellen Kipppunkt. Die Frage ist: Sind die Grünen auf dem Weg in die Bedeutungslosigkeit? Oder werden sie mit einer neuen Spitze wieder zu einem starken Bestandteil der deutschen Parteienlandschaft?
Jenseits aller Verwerfungen innerhalb der Regierungskoalition, jenseits aller Herausforderungen der Realpolitik: Um das Dilemma der Partei zu verstehen, muss man sich die Bedeutung der Parteivorsitzenden bei den Grünen in Erinnerung rufen: Zu Joschka Fischers Zeiten war nur er das Machtzentrum. Heute sind es Annalena Baerbock und Robert Habeck.