Haushalt: „Ganz klar – mit Christian Lindner wars am schwierigsten“
Frau Hagedorn, das Haushaltsrecht gilt als das Königsrecht des Parlaments. Sie sitzen seit gut zwei Jahrzehnten im Haushaltsausschuss – so lange wie niemand sonst. Fühlt man sich da manchmal wie eine kleine Königin?
Also mir reicht Haushälterin. Aber es stimmt: Wer im Haushaltsausschuss sitzt, trägt eine Verantwortung, wie man sie in kaum einem anderen Ausschuss hat. Am Ende landet fast jede Entscheidung der Bundesregierung bei uns, weil alles Geld kostet – ob Verteidigung, Infrastruktur, Digitalisierung, Klimaschutz oder soziale Sicherung. Wenn man mitentscheiden darf, wofür wie viel Geld ausgegeben wird, hat man zwangsläufig Macht.
Gefällt Ihnen diese Macht?
„Macht“ wird in Deutschland immer so verschämt ausgesprochen, als sei sie etwas Anrüchiges. Ich sehe das völlig anders: Macht ist Gestaltungsmacht. Ohne sie kann man nichts bewegen.
Gerade wurde der Haushalt 2026 über 524,5 Milliarden Euro beschlossen. Wie haben Sie sich an diese besondere Form der Macht gewöhnt?
Wenn man seit 23 Jahren im Haushaltsausschuss ist, dann weiß man, wie die Dinge funktionieren – und auch, woran sie scheitern. Die Bereitschaft zum Kompromiss ist erforderlich und Pragmatismus Voraussetzung.