Immobilien: Bundesjustizminister Buschmann will Bauen einfacher und günstiger machen
Berlin. Bundesjustizminister Marco Buschmann will Investoren ermöglichen, einfacher und damit kostengünstiger zu bauen. „Bauen in Deutschland ist zu teuer“, sagte der FDP-Politiker dem Handelsblatt. „Das liegt auch an unseren hohen Baustandards.“
Natürlich dürfe es bei Brandschutz, Standsicherheit und Gesundheitsschutz keine Nachlässigkeit geben. „Aber bei den Komfortstandards können Abstriche durchaus sinnvoll sein.“
Buschmann zufolge wird zusammen mit dem Bauministerium gerade ein Gesetzentwurf vorbereitet. Ein Schlagwort in diesem Zusammenhang sei der „Gebäudetyp E“. Das stehe „für einfaches beziehungsweise experimentelles Bauen“.
Buschmann erklärt: „Ich bin überzeugt: Weniger Kompliziertheit und mehr Flexibilität würde uns in Deutschland guttun – gerade auch wenn es ums Bauen geht.“
Die Unternehmen sind mit Kostensteigerungen, überbordenden Regularien und ungewissen Förderbedingungen konfrontiert, sodass vor allem in Ballungsräumen zu wenig neue Wohnungen gebaut werden. Projektentwickler verschieben oder stornieren Aufträge und verweisen darauf, dass sich Bauen wirtschaftlich häufig nicht rechnet.
Die Bau- und Wohnungsbaubranche wartet seit Langem auf vereinfachte Regelungen, ein Konzept für die neue Gebäudeklasse ist überfällig. Leitlinien sollten ursprünglich bis Ende 2023 vorliegen. Das hatte die Bundesregierung im September bei ihrem Wohngipfel im Kanzleramt angekündigt.