Pandemie-Bekämpfung: Rückschlag bei Corona-Impfstoff: Astra-Zeneca-Vakzin wirkt bei Senioren wohl kaum
Die Bundesregierung setzte große Hoffnungen auf den Impfstoff. Doch nun scheint das Vakzin ausgerechnet bei der durch Corona besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppe, den Senioren, kaum anzuschlagen.
Foto: imago images/Christian OhdeBerlin, Düsseldorf, Brüssel. Nach dem umstrittenen Impfstart in Deutschland setzte die Bundesregierung große Hoffnungen in die Zulassung des Vakzins von Astra-Zeneca: Das Präparat des britisch-schwedischen Konzerns soll die RNA-Vakzine von Biontech und Moderna ergänzen und den Weg in die zweite Impfphase ebnen, in der sich die Menschen auch bei den Hausärzten impfen lassen können.
Doch der Impfstoff von Astra-Zeneca, der anders als die RNA-Mittel keine extremen Minusgrade bei der Lagerung benötigt, könnte ausgerechnet für die Corona-gefährdeten Senioren ungeeignet sein: Nach Informationen des Handelsblatts aus Koalitionskreisen rechnet die Bundesregierung nur mit einer Wirksamkeit von acht Prozent bei den über 65-Jährigen. Dass dieser Impfstoff, für den die EU noch in dieser Woche die Zulassung erteilen könnte, nicht an die über 90 Prozent liegende Wirksamkeit der RNA-Vakzine heranreicht, war befürchtet worden. Die extrem geringe Wirksamkeit bei Senioren stellt indes einen Rückschlag für die Berliner Impfstrategie dar.
Nach Handelsblatt-Informationen prüft das Gesundheitsministerium bereits, ob die nach Alter gestaffelte Impfreihenfolge angepasst werden muss. Im ungünstigsten Fall ließe sich womöglich das Versprechen, jedem im Sommer ein Impfangebot machen zu können, nicht halten. Am Montag gab zudem der US-Konzern Merck bekannt, dass er die Entwicklung eines eigenen Impfstoffs gestoppt hat. Und Moderna meldete, dass der eigene Impfstoff bei Mutationen seine hohe Wirksamkeit unter Senioren ebenfalls nicht bestätigen kann.