Rentenreform: So will Klingbeil die private Altersvorsorge attraktiver machen
Berlin. Kurz nachdem die schwarz-rote Koalition ihr Rentenpaket im Bundestag verabschiedet hat, bringt Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) eine grundlegende Reform der privaten Altersvorsorge auf den Weg. Sie solle „kostengünstiger, renditestärker, unbürokratischer, flexibler, einfacher und transparenter werden“, heißt es in dem Gesetzentwurf, den Klingbeil am Freitag in die Ressortabstimmung gegeben hat und der dem Handelsblatt vorliegt.
Die grundlegende Idee hinter dem Gesetzesvorhaben: Auch bei staatlich geförderten Vorsorgeprodukten soll künftig höheres Anlagerisiko möglich sein – und damit mehr Rendite. „Ein Hauptanliegen der Reform ist es, die Renditemöglichkeiten des Kapitalmarktes künftig stärker zu nutzen“, heißt es in dem Gesetzentwurf.
Dazu greift Klingbeil einen Plan von Ex-Finanzminister Christian Lindner (FDP) auf: die Einführung eines Altersvorsorgedepots. Lindner hatte nach Empfehlungen einer Expertenkommission bereits einen Gesetzentwurf vorgelegt, der aber wegen des Bruchs der Ampelkoalition nicht mehr beschlossen wurde.
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Der Gesetzentwurf von Klingbeil orientiert sich am Ampelplan. „Für eine chancenorientierte Kapitalanlage wird ein Altersvorsorgedepot ohne Garantien eingeführt, das auch als besonders einfaches Standardprodukt angeboten wird“, heißt es in dem Gesetzentwurf. „Die steuerliche Förderung wird grundlegend vereinfacht und mit besonderem Fokus auf Kleinanleger ausgestaltet.“