Griechenland: So saniert Athen die Staatsfinanzen
Athen. Es sind Zahlen, mit denen sich der griechische Finanzminister Kyriakos Pierrakakis beim nächsten Treffen der Euro-Gruppe im Kreis seiner Kollegen sehen lassen kann. Für die ersten sieben Monate dieses Jahres hatte Pierrakakis im Haushaltsplan einen Fehlbetrag von 1,96 Milliarden Euro angesetzt. Stattdessen erwirtschaftete er einen Überschuss von 2,19 Milliarden Euro.
In der Primärbilanz des Haushalts, die den Schuldendienst ausklammert, stand Ende Juli unter dem Strich sogar ein Plus von 7,96 Milliarden. Das waren 4,36 Milliarden mehr als im Haushaltsplan veranschlagt.
Noch vor zehn Jahren, im Sommer 2015, stand Griechenland am Abgrund. Um das Land vor der drohenden Staatspleite zu bewahren, stellten die Euro-Partner Hilfskredite von 86 Milliarden Euro bereit. Es war bereits das dritte Rettungspaket seit Beginn der Staatsschuldenkrise 2010. Manchen galt Griechenland damals als Fass ohne Boden.
Heute blicken viele Euro-Finanzminister mit einer Mischung aus Neid und Anerkennung auf die Erfolge ihres Kollegen in Athen. Aus dem einstigen Sorgenkind der EU ist ein Musterschüler geworden.