Kaschmir-Konflikt: Kämpfe zwischen Indien und Pakistan weiten sich aus
Islamabad, Neu-Delhi. Der Konflikt zwischen den Atommächten Indien und Pakistan steuert auf eine neue Eskalation zu. Indien hat nach eigenen Angaben Flugabwehrsysteme an mehreren Orten in Pakistan attackiert und eines davon in der Millionenstadt Lahore zerstört. Mit dem Beschuss in der Nacht zum Donnerstag habe das Militär auf den Versuch Pakistans reagiert, militärische Ziele im Norden und Westen Indiens mit Drohnen und Raketen zu treffen, teilte die Regierung in Neu-Delhi mit.
Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, hat Indien außerdem 25 Flughäfen in der Nähe der Grenze zu Pakistan für den zivilen Flugverkehr geschlossen. Die Maßnahme diene dazu, der indischen Armee die Kontrolle des Luftraums im Norden und Westen des Landes zu erleichtern, schreibt die Agentur unter Berufung auf mit der Sperrung vertraute Insider.
Das US-Generalkonsulat im pakistanischen Lahore wies seine Mitarbeiter an, sich in Schutzräume zu begeben. Das geschehe angesichts von Berichten über Explosionen, abgeschossene Drohnen und mögliche Verletzungen des Luftraums, teilte das Außenministerium in Washington mit.
Das pakistanische Militär hat nach eigenen Angaben zwölf Drohnen abgeschossen, die den pakistanischen Luftraum verletzt haben sollen. Darunter sollen auch israelische Drohnen des Typs Harop sein. Nach Angaben eines Militärsprechers wurden die beiden größten Städte Karatschi und Lahore angegriffen. Indien werde für „diese unverhohlene Aggression weiterhin teuer bezahlen“, teilte der Sprecher mit.
Pakistans Außenminister Ishaq Dar teilte vor dem Parlament mit, dass chinesische Jets des Kampfjets des Typs J-10C und aus Frankreich stammende Rafale-Jets genutzt worden seien, um an der umstrittenen Grenze fünf indische Flugzeuge abzuschießen. Die Regierung in Peking sei über alle Militäroperationen informiert worden.
Die Spannungen zwischen den beiden Ländern hatten sich nach einem terroristischen Angriff in der umstrittenen Himalaja-Region Kaschmir verschärft. Dort waren am 22. April 25 indische Staatsbürger und ein Tourist aus Nepal getötet worden. Indien macht für den Anschlag muslimische Extremisten mit Verbindungen nach Pakistan verantwortlich, die Regierung in Islamabad weist das zurück.
Indien hatte nach der Terrorattacke Luftangriffe auf Ziele in Pakistan gestartet. Bei den jüngsten Angriffen am Mittwoch sollen mehr als 100 pakistanische Terroristen getötet worden sein, wie Verteidigungsminister Rajnath Singh Regierungskreisen zufolge vor politischen Parteien erklärte. Nach Angaben des pakistanischen Informationsministeriums wurden bis zu 50 indische Soldaten an der De-facto-Grenze in Kaschmir getötet.
Die Europäische Union forderte beide Seiten dazu auf, die Angriffe sofort einzustellen. „Die EU verfolgt die wachsenden Spannungen in der Region sowie die daraus resultierenden Folgen mit großer Besorgnis“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der 27 EU-Staaten. Man werde mit allen Parteien zusammenarbeiten, um zur Deeskalation der Lage beizutragen.