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LateinamerikaTrump will Militäreinsätze in Venezuela fortsetzen

Die Spannungen zwischen zwischen den USA und Venezuela verschärfen sich. Nach dem US-Angriff auf ein venezolanisches Boot droht auch der Präsident von Venezuela mit militärischem Widerstand. 04.09.2025 - 14:00 Uhr aktualisiert Artikel anhören
US-Präsident Donald Trump: Der Angriff des US-Militärs richtete sich dem Präsidenten zufolge gegen die venezolanische Drogenbande Tren de Aragua. Foto: Mark Schiefelbein/AP/dpa

Bei einem Angriff des US-Militärs auf ein angeblich mit Drogen beladenes Schiff in der Karibik sind nach Angaben von Präsident Donald Trump elf „Terroristen“ getötet worden. Das Boot sei aus Venezuela gekommen und hätte Rauschgift in die USA bringen sollen, schrieb der Republikaner auf der Plattform Truth Social. Das US-Außenministerium erklärte hingegen, die Drogenlieferung sei wahrscheinlich auf dem Weg nach Trinidad und Tobago oder in ein anderes karibisches Land gewesen.

Unklar blieb, wie genau der Angriff geführt wurde. Trump schrieb bloß, dass keine US-Soldaten zu Schaden gekommen seien.

Der Schlag richtete sich dem Präsidenten zufolge gegen die venezolanische Drogenbande Tren de Aragua, die von der US-Regierung als ausländische Terrororganisation eingestuft wird.

Die mächtigste Bande Venezuelas ist in Drogenschmuggel, Schutzgelderpressung, illegalen Bergbau und die Schleusung von Migranten verwickelt. Zuletzt dehnte der Tren de Aragua seine Einflusszone auch auf weitere Länder Lateinamerikas und die USA aus.

Bereits im Wahlkampf hatte Trump immer wieder über den Tren de Aragua gesprochen und beispielsweise behauptet, die Gang würde im Bundesstaat Colorado ganze Wohnkomplexe kontrollieren. Örtliche Politiker wiesen diese Darstellung zurück.

Schmuggler-Boot soll in Flammen aufgegangen sein

In dem Trump-Beitrag waren auch Videoaufnahmen zu sehen, die zeigen, wie ein Boot angegriffen wird und Feuer fängt. Der venezolanische Kommunikationsminister Freddy Ñáñez zog die Authentizität des Videos in Zweifel. Es sei mit großer Wahrscheinlichkeit mit Hilfe künstlicher Intelligenz produziert worden, schrieb er auf der Nachrichtenplattform Telegram.

Der Ton zwischen den USA und Venezuela verschärft sich seit Monaten. Nun hat die US-Marine laut Präsident Trump ein venezolanisches Drogenboot mit elf Menschen an Bord versenkt. Der Vorfall habe sich in internationalen Gewässern ereignet.

US-Außenminister Marco Rubio hatte auf der Plattform X ebenfalls von einem „tödlichen Schlag“ gegen ein mit Drogen beladenes Schiff in der Südkaribik gesprochen, das aus Venezuela ausgelaufen war.

Bei einem späteren Besuch im Nachbarland Mexiko sagte er, das Schiff habe eine unmittelbare Gefahr für die USA dargestellt. Es werde weitere Operationen dieser Art geben. Frühere Bemühungen um eine Eindämmung des Drogenschmuggels aus Lateinamerika in die USA und andere Länder hätten nicht funktioniert. „Was sie stoppen wird, ist wenn man sie in die Luft jagt, wenn man sie beseitigt“, sagte Rubio.

Konflikt spitzt sich zu

Der Konflikt zwischen Venezuela und den Vereinigten Staaten hat sich zuletzt verschärft. Die USA verlegten Medienberichten zufolge in den vergangenen Wochen mehrere Kriegsschiffe vor die venezolanische Karibikküste, um dort nach eigenen Angaben Drogenschmuggler abzufangen.

Lastwagen transportieren Panzer: Die venezolanische Regierung hatte nach der Stationierung von US-Kriegsschiffen vor Venezuela eine militärische Mobilisierung angekündigt. Foto: Jacinto Oliveros/AP/dpa

Zudem verdoppelte die US-Regierung die ausgelobte Belohnung für Informationen, die zur Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro führen, auf bis zu 50 Millionen Dollar (etwa 43 Millionen Euro). Die US-Justiz wirft dem autoritär regierenden Staatschef vor, in internationale Drogengeschäfte verwickelt zu sein.

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Maduro warf der US-Regierung seinerseits vor, es eigentlich auf die Bodenschätze des südamerikanischen Landes abgesehen zu haben. „Sie wollen unser Öl und unser Gas gratis bekommen“, sagte er. „Dabei gehört das Öl nicht Maduro und schon gar nicht den Gringos, sondern dem venezolanischen Volk.“

Militäreinsätze laufen weiter

Die USA werden ihre Militäroperationen gegen Drogenkartelle fortsetzen. Dies kündigte US-Verteidigungsminister Peter Hegseth am Mittwoch an. „Wir haben Einsatzkräfte in der Luft, im Wasser und auf Schiffen, denn dies ist eine todernste Mission für uns, und sie wird nicht mit diesem einen Schlag enden“, sagte Hegseth dem Sender Fox News am Mittwoch. Jeder, der in der Süd-Karibik Drogen schmuggle und als Narko-Terrorist eingestuft sei, werde dasselbe Schicksal erleiden.

Die US-Regierung unter Präsident Trump gab außerdem bekannt,  bestimmten Venezolanern in den USA den Schutzstatus abzuerkennen. Sie will damit will deren Ausreise forcieren. Laut US-Medien sind von dem Vorhaben gut 250.000 Menschen betroffen.

Venezuelas Rolle bei der „Förderung illegaler Migration“ untergrabe die Bemühungen, die Grenze der USA zum Süden zu sichern und eine gesteuerte Migration zu ermöglichen, teilte das Heimatschutzministerium mit. Der temporäre Schutzstatus „ermutige“ Menschen dazu, ohne gültige Papiere in die Vereinigten Staaten zu reisen.

Maduro: US-Militär „größte Bedrohung“ des Jahrhunderts

Maduro hatte die US-Militärpräsenz in der Karibik als „größte Bedrohung“ seit einem Jahrhundert bezeichnet. „Venezuela steht vor der größten Bedrohung, die unser Kontinent in den letzten 100 Jahren erlebt hat“, sagte er am Montag bei einer Pressekonferenz vor ausländischen Korrespondenten.

Venezuelas Präsident Nicolas Maduro: Er warf der US-Regierung vor, es eigentlich auf die Bodenschätze Venezuelas abgesehen zu haben. Foto: Ariana Cubillos/AP/dpa

„Acht Kriegsschiffe mit 1.200 Raketen und ein Atom-U-Boot zielen auf Venezuela. Es ist eine außergewöhnliche Bedrohung. Nicht zu rechtfertigen, unmoralisch und absolut kriminell.“ Im Falle eines Angriffs durch die USA drohte er mit bewaffnetem Widerstand.

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Maduro hatte zuvor angekündigt, zusätzliche Kämpfer für die paramilitärische Miliz des südamerikanischen Landes zu rekrutieren. Derzeit hat die zu den Streitkräften gehörende Truppe nach eigenen Angaben rund 4,5 Millionen Mitglieder.

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Ihr gehören neben Reservisten auch zahlreiche Mitglieder der sozialistischen Regierungspartei, Mitarbeiter von staatlichen Unternehmen und Rentner an. Sicherheitsexperten halten die militärische Schlagkraft der Miliz für fragwürdig.

Die venezolanische Oppositionsführerin Maria Corina Machado unterstützte den US-Angriff am Mittwoch auf FoxNoticias. Sie sagt, man müsse dankbar sein, dass US-Präsident Trump und seine Regierung den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro als das behandelten, was er sei: „das Oberhaupt eines narkoterroristischen Regimes“.

dpa, rtr
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