USA: Ultrakonservative wollen republikanische Staaten abspalten – Zerbricht Amerika?
San Francisco. Es wäre der amerikanische Albtraum – eine Aufspaltung der Vereinigten Staaten entlang der Parteigrenzen. Das Ergebnis wäre ein „rotes“ Amerika, republikanisch regiert, und ein „blaues“ Amerika, demokratisch beherrscht. Die geteilten Staaten von Amerika.
Was früher als Fiebertraum politischer Spinner belächelt wurde, entwickelt sich im aufgeheizten politischen Klima der Gegenwart zu einem festen Bestandteil politischer Diskussionen und Drohgebärden der Republikaner. Wissenschaftler warnen, dass seit dem gescheiterten Sturm auf das Kapitol vom 6. Januar 2021 nichts mehr unmöglich erscheine in den USA.
Im März steht bereits eine Richtungsentscheidung an. Dann soll in Texas an der Wahlurne darüber abgestimmt werden, ob die Mehrheit der Bevölkerung die Unabhängigkeit ihres Bundesstaats wünscht. Auch wenn das Ergebnis nicht politisch bindend ist: Sollten sich die Texaner für eine Abspaltung aussprechen, wäre das im Jahr der Präsidentschaftswahlen ein brisantes Signal. Und der politische Flurschaden könnte enorm sein.
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Von den Republikanern wird die Debatte zunehmend angeheizt. Die Abgeordnete Majoree Taylor Green etwa fordert seit 2022 immer wieder, die konservativen Staaten müssten sich geschlossen von den „woken“ USA befreien. Seitdem schlössen sich immer mehr Bürgerinnen und Bürger ihrer Forderung an, behauptet die Republikanerin, allerdings, ohne Belege oder Umfragen dafür präsentieren zu können.