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Jan Dzulko Wie der Everphone-Gründer in der Coronakrise doch noch Kapital gefunden hat

Der Gründer von Everphone wollte nach New York fliegen, um Geld einzusammeln. Wegen Corona musste er umplanen – und ist froh darüber.
28.07.2020 - 10:00 Uhr Kommentieren
„Erst wenn eine Tür zugeht, ist man bereit, eine andere zu öffnen.“ Quelle: Severin Messenbrink
Jan Dzulko

„Erst wenn eine Tür zugeht, ist man bereit, eine andere zu öffnen.“

(Foto: Severin Messenbrink)

Hamburg Der Traum vom Einstieg eines bedeutenden US-Investors ist für Jan Dzulko erst einmal geplatzt – doch leid tut es dem Start-up-Gründer nicht. Ausgerechnet für die letzte Märzwoche hatte er eine Tour nach New York geplant, um Investoren das Geschäftsmodell von Everphone vorzustellen. Doch dann kam die Corona-Pandemie dazwischen – samt Einreiseverboten.

„Natürlich habe ich mir Sorgen gemacht, ob ich die Finanzierungsrunde hinkriege“, berichtet Dzulko. Schließlich ist die zweite große Finanzierungsrunde entscheidend für das Wachstum des jungen Unternehmens, das Geschäftskunden mit Smartphones versorgt. Inzwischen steht allerdings fest: Statt mit amerikanischen Geldgebern wächst das Unternehmen nun vor allem mit deutschen Investoren – unter anderem den Risikokapitalgebern von Telekom und Signal Iduna.

Immerhin 34 Millionen Euro hat Dzulko eingesammelt. „Erst wenn eine Tür zugeht, ist man bereit, eine andere zu öffnen“, sagt der 43-Jährige. Denn zunächst war die Erfahrung bitter: Die US-Investoren hatten zwar viel Zeit für Videoanrufe, doch für einen tatsächlichen Einstieg mit mehreren Millionen Dollar machten sie ein persönliches Treffen zur Bedingung. Da die Coronazahlen in den USA deutlich steigen, ist ein solches Treffen bis heute aber nicht absehbar.

„Nach kurzem Frust, dass es keiner der großen US-Investoren geworden ist, bin ich jetzt sehr froh“, sagt Dzulko. Schließlich war der Berliner so gezwungen, verstärkt in Deutschland nach Geldgebern zu suchen. Den neuen Investor Telekom Innovation Pool sieht er als eine gute strategische Ergänzung, weil Everphone so Zugang zu den Geschäftskunden der Telekom bekommen könne. „Die Deutsche Telekom hatte bisher attraktive Leasingmodelle im Portfolio, die nun durch gemeinsam mit Everphone angebotene kundenfreundliche Mietmodelle erweitert werden“, bestätigt ein Telekom-Manager in einer Mitteilung.

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    Hauptinvestor ist jedoch Signals Venture Capital, der Risikokapitalgeber der Signal-Iduna-Versicherung. Dzulko erwartet von dem Investor Know-how beim Umgang mit Geschäftskunden. Signals hatte zuvor bereits ein Wandeldarlehen organisiert, weshalb die Finanzierungsrunde vom ursprünglich geplanten Zeitpunkt im vergangenen Herbst ins Frühjahr verschoben worden war. Aufgrund der Coronakrise habe die Geldbeschaffung nun noch einen Monat länger gedauert als gedacht, sagt Dzulko.

    US-Expansion wird verschoben

    Die geplante US-Expansion stelle er wegen Corona nun ebenfalls hinten an. Bis zur nächsten Finanzierungsrunde in zwei Jahren will er zunächst vor allem den europäischen Markt stärken. Everphone bietet Unternehmenskunden an, Smartphones direkt an die Mitarbeiter zu liefern und die Geräte bei einer Personalreduzierung oder im Falle eines Defekts schnell zurückzunehmen. Künftig will Dzulko die Geräte auch mit Software ausstatten. Dabei konkurriert er mit alteingesessenen Lieferanten wie etwa dem sächsischen Familienunternehmen Komsa.

    „Unsere Vision ist, alle Mitarbeiter in mobilen Branchen wie etwa der Pflege zu digitalisieren“, sagt Dzulko. Bei solchen Ideen sieht er die Coronakrise als Chance für europäische Geldgeber, sich weiterzuentwickeln. Bislang geben die Europäer oft Geld für die ersten Entwicklungsschritte, größere Wachstumsrunden kommen aber häufig aus Übersee.

    „Die aktuelle Situation gibt europäischen Investoren die Möglichkeit, verstärkt selbst in die großen Visionen zu investieren“, sagt der frühere Check24-Vorstand. Das Geld dafür sei jedenfalls in den Risikokapitalfonds vorhanden. Laut Branchenverband BVK haben die deutschen Risikokapitalgeber im vergangenen Jahr 2,9 Milliarden Euro eingesammelt – so viel wie nie zuvor.

    Mit Amerika hat Dzulko dennoch nicht abgeschlossen. In zwei Jahren will er erneut in New York anklopfen – auch mit Blick auf einen möglichen Börsengang in fernerer Zukunft. Und ein US-Investor hat diesmal doch noch mitgemacht: Kevin Ryan von AllyCorp aus New York hatte er schon vor der Coronakrise getroffen – und so war ein Investment auch per Video-Call möglich.

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