Netzausrüster: Riskante China-Connection könnte für Nokia zum Problem werden
Eine für den chinesischen Markt geschlossene Kooperation könnte den Finnen nun beim Netzausbau in Europa auf die Füße fallen.
Foto: picture alliance/dpa2017 hatte sich die Unternehmensführung entschlossen, ihr China-Geschäft mit dem Staatskonzern China Huaxin unter dem Namen Nokia Shanghai Bell zu verschmelzen. Die 16.000 Mitarbeiter, davon 10.000 in der Forschung, sollten von China aus die wichtigsten Produktentwicklungen für das Land und globale Märkte vorantreiben: Allen voran 5G-Mobilfunk, Glasfaser und Cloud-Geschäft.
Heute gibt sich Nokia sehr zurückhaltend auf Anfragen zum Gemeinschaftsunternehmen. Weder möchte das Unternehmen sagen, woran die Forscher in China arbeiten, noch, wie viele Mitarbeiter das Unternehmen in dem Land überhaupt hat und wie viel Forschung aus China in 5G-Produkten in Deutschland steckt. Ein Nokia-Sprecher sagt: „Unsere Forschungsaktivitäten in China sind in unsere globale Forschung eingebunden.“
Die Verschwiegenheit hat einen guten Grund: Das Konstrukt in China könnte zum Problem für Nokia in Europa werden – wo das Unternehmen im Aufbau der Netze für den 5G-Mobilfunk lukrative Geschäfte machen will. Viele EU-Staaten, allen voran Deutschland, haben die digitalen Netze zu einer kritischen Infrastruktur erhoben und strenge Vorgaben erlassen. Besonders die Volksrepublik wird als Bedrohung wahrgenommen.