Investments: So entwickeln sich Investments in Frauen- und Männergesundheit
München. 2021 erreichte das Finanzierungsvolumen für Start-ups aller Branchen einen Höchststand. Dazu gehören auch Unternehmen im Gesundheitsbereich, die geschlechtsspezifische Themen adressieren.
Der Datenanbieter Dealroom veranschaulicht dies in einer Grafik und unterscheidet im Fachjargon der Start-up-Branche zwischen „Femtech“ (Frauengesundheit) und „Mentech“ (Männergesundheit). Dazu gehören Anwendungen wie Zyklus-Apps oder digitale Therapien bei erektiler Dysfunktion.
Bei der Entwicklung der Investmentzahlen ist zu berücksichtigen, dass einzelne Jahre von wenigen großen Finanzierungsrunden geprägt sein können. So erhielt 2024 allein der britische Zyklus-App-Anbieter Flo Health 200 Millionen US-Dollar von Investoren.
Lucanus Polagnoli, Geschäftsführer des Wiener Risikokapitalgebers Calm/Storm Ventures, gehört zu jenen aus der Branche, die sich bei Oberbegriffen wie „Mentech“ und „Femtech“ eher zurückhalten. „Gesundheit ist Gesundheit, die ist für beide gleich wichtig“, sagt Polagnoli.
Er macht aber zugleich eine Unterscheidung: Frauengesundheit sei lange Zeit vernachlässigt und unterschätzt worden, daher habe man konkret mit dem Thema Femtech eine Lücke gefüllt.
Polagnoli bezeichnet sich bewusst als „Digital-Health-Investor“ und nicht als „Femtech-Investor“. Und er nutzt einen weiteren Begriff: „Wir investieren in digitale Gesundheit. Einen Bereich nennen wir dabei ‚Tabootech‘. Das sind digitale Lösungen, die ein schambehaftetes Thema behandeln“, sagt Polagnoli. Für ihn gehören dazu Themen wie Scheidentrockenheit oder erektile Dysfunktion. Er findet: „Ob das jetzt Männer oder Frauen betrifft, ist egal.“