Smart Home: Sensoren sichern das selbstbestimmte Leben
Düsseldorf. Anderthalb Stunden, länger dauert es nicht, eine Wohnung mit einem guten Dutzend Sensoren auszustatten und alles zu vernetzen. 75 niederbayerische Haushalte mit Bewohnerinnen und Bewohnern im Alter zwischen 65 und 90 Jahren haben sich derart digital ausstatten lassen, im Rahmen des Forschungsvorhabens „DeinHaus 4.0“.
Die Frage dahinter lautete: „Wie können wir Menschen mit technischer Unterstützung ein längeres Leben im gewohnten sozialen Umfeld ermöglichen?“ So fasst es Horst Kunhardt, Professor an der Technischen Hochschule (TH) Deggendorf, zusammen.
Es ist ein technischer Ansatz, um einer gesellschaftlichen Herausforderung zu begegnen: Die Zahl der Pflegebedürftigen steigt schneller als ohnehin bereits erwartet, meldete Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) in diesem Jahr. Lösungen sind rar, auch aus Kostengründen und wegen des Fachkräftemangels. Denn je länger ältere Menschen ohne intensive Betreuung leben können, desto stärker entlastet das Pflegeheime und -kassen.
„Low-Tech“ für ein längeres Leben daheim
Das Deggendorfer Team setzte auf einen „Low-Tech“-Ansatz und kaufte handelsübliche Hardware: Tür-Fenster-Sensoren, Bewegungsmelder, CO- und CO2-Messer registrierten die Umgebung. Dazu kamen Blutdruckmanschetten, Smartwatches und vernetzte Waagen. Neun Monate lang funkten diese Sensoren dann die erfassten Daten ins Deggendorfer Rechenzentrum.