Wellster Healthtech: Plattformtechnologien erleben Hype im Gesundheitsmarkt
Erektionsstörungen sind stark tabuisiert, betroffene Männer nehmen zunehmend telemedizinische Angebote wie von Wellster Healthtech wahr.
Foto: imago images/Westend61Düsseldorf. Eine erfolgreiche Plattform besitzt ihre Kunden. Auf die erste Bestellung bei Amazon folgen viele weitere. Kunden kommen immer wieder zurück zu dem Onlinehändler. Im Gesundheitsmarkt sind Anbieter gut positioniert, um Patienten mit einem bestimmten Problem anzusprechen. Noch müssen Kranke aber verschiedene Webseiten oder Apps aufrufen, um vom Symptomchecker über die Videosprechstunde bis hin zur Medikamentenzustellung versorgt zu werden.
Viele Unternehmen wollen dieses Problem lösen. So hat die Doc-Morris-Muttergesellschaft Zur Rose 2020 bereits den Telemedizinpionier Teleclinic gekauft, um Patienten nach der Videosprechstunde direkt ein Medikament zuschicken zu können. Wellster Healthtech aus München möchte im Plattformgeschäft mitspielen und sammelt dafür nun 18 Millionen Euro ein. Unter den Investoren ist Mangrove Capital. Der Wagniskapitalgeber investierte bereits in Unternehmen aus dem digitalen Gesundheitsmarkt, etwa in K-Health, das mit 1,3 Milliarden Euro bewertet ist, und in Flo, dessen Bewertung bei 700 Millionen Euro liegt.
Im Juni hatte Wellster bereits 35 Millionen Euro eingesammelt, das frische Kapital knüpft an die vorherige Finanzierungsrunde an. Die Summe fließt laut Wellster in eine neue Führungsposition und in ein digitales Angebot für die Gesundheit von Frauen. 1,5 Millionen telemedizinische Konsultationen hat die Plattform bislang durchgeführt, eine sechsstellige Patientenzahl befindet sich in einer Behandlung.