Elke Strathmann: Zu viele Männer
Elke Strathmann in ihrem Büro bei Continental: „Für viele eine große Projektionsfläche“.
Foto: Christian Burkert für HandelsblattHamburg. Vor zwei Wochen wurde Elke Strathmann 56 Jahre alt. Nach Feiern dürfte der sonst so lebensfrohen Managerin allerdings kaum zumute gewesen sein. Sie war nicht erreichbar, verschanzte sich im Urlaub. In den nächsten Wochen muss sie sich eine neue Aufgabe suchen - überraschend verlängert der Dax-Konzern Continental ihren Ende 2014 auslaufenden Vertrag nicht. Anfang des Jahres schien der neue Vertrag nur eine Formsache zu sein.
Doch dann drehte die Stimmung an der Spitze des Autozulieferers und Reifenherstellers in Hannover. Dem Vernehmen nach gab Vorstandschef Elmar Degenhart dem Drängen verschiedener einflussreicher Manager nach, darunter auch Vorstandskollegen von Strathmann.
„Sie ist zu vielen Männern mit ihrer selbstbewussten Art auf die Füße getreten“, heißt es in Kreisen des Aufsichtsrats. „Vielleicht hätte sie sich mit mehr Diplomatie einen Gefallen getan.“ Die Arbeitnehmer standen dem Vernehmen nach hinter Strathmann als Personalvorstand und Arbeitsdirektorin - doch Contis Aufsichtsratschef Wolfgang Reitzle leitete auf Wunsch von Degenhart die Trennung ein, nachdem Strathmann an entscheidenden Stellen Rückhalt verloren hatte.