Autoindustrie: ZF kürzt Arbeitszeit und verzichtet auf Kündigungen – Druck auf Conti wächst
Um bis zu 20 Prozent will der Zulieferer die Arbeitszeit absenken, um die Folgen der Corona-Pandemie abzufedern.
Foto: dpaDüsseldorf, Stuttgart. ZF Friedrichshafen hat sich nach wochenlangen Verhandlungen mit den Arbeitnehmern auf eine Arbeitszeitreduktion um 20 Prozent geeinigt. Im Gegenzug verzichtet der drittgrößte deutsche Automobilzulieferer bis Ende 2022 auf betriebsbedingte Kündigungen sowie Werkschließungen.
ZF kann dabei Kapazitäten durch Kurzarbeit, Reduktion der Arbeitszeit um bis zu 20 Prozent, Altersteilzeit und Abfindungen anpassen. Der Abschluss könnte Pilotcharakter für die gesamte Branche haben.
Den Impuls zu einer Arbeitszeitverkürzung setzte Ende Juni Continental. Personalchefin Ariane Reinhart sagte dem Handelsblatt, dass der Konzern das Gespräch mit den Arbeitnehmervertretern suchen werde, um über eine kollektive Absenkung der Arbeitszeit zu verhandeln.
Auch Bosch hatte am Vortag auf die Coronakrise mit weiteren Sparmaßnahmen reagiert, bleibt aber unter dem Niveau von ZF und den Plänen von Conti. In den Bereichen Entwicklung, Forschung, Vertrieb und Verwaltung wird vom 1. August an bis Ende des Jahres die Arbeitszeit verkürzt. Die Gehälter werden entsprechend gekürzt.
Bei Bosch betrifft das 35.000 Mitarbeiter. Für Beschäftigte mit einer Arbeitszeit von mehr als 35 Stunden verringert sich die Wochenarbeitszeit laut Unternehmensangaben um zehn Prozent und für Beschäftigte mit 35-Stunden-Verträgen oder weniger um 8,57 Prozent. Eine Regelung für alle Mitarbeiter im Inland steht aber noch aus.