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Automobilindustrie Die neue VDA-Chefin Müller wird gleich zur Mutmacherin

Die neue Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie ist erst wenige Tage im Amt. Bei ihrem ersten offiziellen Auftritt spricht sie ihrer Branche viel Mut zu.
05.02.2020 - 20:32 Uhr Kommentieren
Die neue VDA-Chefin kennt den politischen Betrieb sehr genau aus eigener Erfahrung. Quelle: dpa
Hildegard Müller

Die neue VDA-Chefin kennt den politischen Betrieb sehr genau aus eigener Erfahrung.

(Foto: dpa)

Leipzig Hildegard Müller ist erst wenige Tage im Amt. Doch schon gibt sie sich kämpferisch und versucht sich bei ihrem ersten offiziellen Auftritt gleich als Mutmacherin für die eigene Branche. Die Transformation individueller Mobilität durch Digitalisierung und Elektroantrieb sei mehr Chance als Bedrohung für die deutschen Autohersteller und Zulieferer, sagte die neue Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie (VDA) am Mittwochabend in Leipzig.

„Wenn wir diesen Wandel als Chance verstehen, werden wir am Ende die besten und effizientesten Lösungen für jedes Mobilitätsbedürfnis haben“, betonte sie auf einem Automobilfachkongress. Müller ist erst seit dem vergangenen Samstag Präsidentin von Deutschlands mächtigstem Wirtschaftsverband.

Die deutsche Automobilindustrie sei dazu in der Lage, die für die Transformation benötigten Produkte zu entwickeln und zu fertigen. Wirtschaftswachstum, Transformation und die Modernisierung der Verkehrsinfrastruktur seien keine Widersprüche zueinander, sondern gleichermaßen möglich.

Die deutschen Automobilhersteller und die Zulieferer, die im VDA zusammengeschlossen sind, kämen um ein verstärktes Engagement beim Klimaschutz nicht herum. Die Digitalisierung und ein sich veränderndes Mobilitätsverhalten der Bevölkerung seien die anderen großen Aufgaben für die Automobilindustrie. Diese Herausforderungen seien nur „im Schulterschluss mit den Menschen in ihren verschiedenen Lebenswirklichkeiten“ zu bewältigen.

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    „Ich bin mir sicher: Wir werden in Zukunft eher mehr individuelle Mobilität erleben denn weniger“, ergänzte die neue VDA-Präsidentin. Die deutsche Automobilindustrie werde „mit innovativen Technologien attraktive Angebote für nachhaltige Lösungen“ anbieten. Von dieser grundsätzlichen Verschiebung werde ihre Branche in Zukunft auch wirtschaftlich profitieren können.

    Die Transformation in der Automobilindustrie sei dem Klimaschutz dauerhaft verpflichtet. „Wir werden kurz- und mittelfristig den Kohlendioxidausstoß massiv senken und langfristig kohlendioxidfrei werden“, kündigte Müller an. „Dieser Wandel wird aber nur dann gelingen, wenn er ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltig ist.“ Das sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

    „Eine Politik, die die Menschen mit geringen Einkommen von individueller Mobilität ausschließen würde, wird an mangelnder Akzeptanz scheitern“, warnte Müller. Neue Formen der Mobilität müssten allen sozialen Schichten der Gesellschaft zur Verfügung stehen.

    Die deutsche Automobilindustrie treibe selbst die Konzepte voran, mit denen künftige Herausforderungen gemeistert werden könnten. Das werde ihre Branche nicht neuen Wettbewerbern aus anderen Industrien überlassen. „Nicht den Softwarekonzernen, die in unser Kerngeschäft eindringen wollen“, sagte sie mit Blick auf große IT-Riesen wie Apple und die Google-Muttergesellschaft Alphabet. „Und auch nicht denjenigen, die auf die Herausforderungen des Klimawandels mit dem lauten Ruf nach dem Ende von Wachstum und Mobilität reagieren“, fügte sie hinzu.

    Appell an Berliner Politik

    Für den Erfolg sei es entscheidend, auf Fortschritt und auf Wachstum zu setzen, „um damit einen positiven Pfad in Richtung nachhaltige Mobilität einzuschlagen“. Klimaschutz sei auch ohne eine grundsätzliche Abkehr vom aktuellen Wirtschaftsmodell erreichbar.

    An die Berliner Politik appellierte Müller, geeignete Rahmenbedingungen dafür zu schaffen, dass die deutsche Automobilindustrie ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit steigern und notwendige Investitionen vornehmen könne. „Dazu gehören eine moderne und leistungsfähige digitale Infrastruktur entlang der Straßen, ein dichtes Netz an Ladesäulen sowie gut ausgebildete Fachkräfte“, sagte sie. Besonders wichtig für den Industriestandort Deutschland seien zudem international wettbewerbsfähige Energiepreise und eine Senkung der Unternehmensteuern.

    Die Mitgliedsunternehmen des VDA versprechen sich von Müller eine deutlich stärkere Einflussnahme auf das politische Geschehen, als es dem Verband unter seinem bisherigen Präsidenten Bernhard Mattes gelungen war. Durch verschärfte Emissionsgrenzwerte und zusätzliche Anforderungen für den Klimaschutz wird der politische Druck auf die deutsche Automobilindustrie in den kommenden Jahren eher noch wachsen als abnehmen.

    Müller kennt den politischen Betrieb sehr genau aus eigener Erfahrung. Viele Jahre saß sie für die CDU im Bundestag, außerdem war sie später Staatsministerin im Bundeskanzleramt. In der Folge leitete sie den Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) und lernte dadurch auch diese Branche kennen.

    Zuletzt war sie als Vorstandsmitglied für den Energiekonzern Innogy tätig. Auch diese letzten Posten sollten Hildegard Müller als neuer VDA-Präsidentin helfen. Durch die Elektromobilität wachsen Auto- und Energiebranche stärker als bislang zusammen.

    Für den Wechsel zur Elektromobilität braucht die Automobilindustrie eine leistungsfähige Ladeinfrastruktur. Die Energiewirtschaft wird sich am Aufbau dieses neuen Netzes aber nur dann beteiligen, wenn sie damit ausreichend verdient.

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