Biotech-Unternehmen: EU verhängt Strafe von 432 Millionen Euro gegen US-Unternehmen Illumina
Das US-Unternehmen hat nach Ansicht der EU-Kommission gegen die Regeln für Fusionen verstoßen.
Foto: ReutersBrüssel. Die EU hat am Mittwoch eine Strafe von rund 432 Millionen Euro gegen das US-Unternehmen Illumina wegen des nicht freigegebenen Kaufs der Krebstestfirma Grail verhängt. Die EU-Kommission wirft dem Biotech-Riesen Illumina vor, Grail ohne ihre vorherige Zustimmung übernommen zu haben. Damit habe Illumina gegen die Regeln für Fusionen verstoßen.
Es ist die höchste Strafe, die die EU jemals in einem solchen Fall verhängt hat. Das Unternehmen kündigte eine Berufung gegen die Strafe an. Diese sei „illegal, unangemessen und unverhältnismäßig“.
Illumina hatte 2020 den Kauf von Grail in Höhe von 7,1 Milliarden Dollar (rund 6,4 Milliarden Euro) bekanntgegeben. Die EU teilte im vergangenen Jahr mit, die Fusion werde blockiert, weil sie dem Wettbewerb schaden würde.
Illumina mit Sitz in San Diego ist ein wichtiger Anbieter von Systemen für genetische Analysen. Das Unternehmen Grail entwickelt Bluttests, mit denen eine Krebserkrankung möglichst früh festgestellt werden soll.
Das Geschäft sorgte international für Kritik. Die US-Handelskommission FTC ordnete an, dass Illumina Grail wieder verkauft. Illumina hat gegen die Anordnung Berufung eingelegt.