Deutschland: Wie profitiert Diehl mit Iris-T vom Rüstungsboom?
Nürnberg. Höher, schneller, weiter: Die Nachfrage nach Artilleriegranaten und dem Raketensystem Iris-T treibt die Rüstungssparte des Familienkonzerns Diehl weiter an. Nach einem Umsatzwachstum von 60 Prozent im vergangenen Jahr soll der Teilkonzern Diehl Defence auch in diesem Jahr kräftig zulegen, sagte Spartenchef Helmut Rauch am Dienstag in Nürnberg.
Dafür soll in den kommenden Jahren eine Milliarde Euro in den Ausbau der Standorte investiert werden. Mit einem Umsatz von jetzt 1,8 Milliarden Euro ist das Rüstungsgeschäft nun der wichtigste Wachstumstreiber des Mischkonzerns, der insgesamt auf 4,7 Milliarden Euro Umsatz kommt.
Nähere Angaben über Auftragsbestände und Lieferungen nennt Diehl nicht. Ein Teil der Lieferungen geht in die Ukraine – und wird auf Wunsch der Bundesregierung nicht mehr genannt.
Das Geschäft des Nürnberger Familienkonzerns ist hochpolitisch geworden. Denn Diehl ist neben Rheinmetall der führende Hersteller von Artilleriemunition und vor allem der wichtigste Lieferant für Systeme zur Flugabwehr in Deutschland.
Am stärksten gefragt ist derzeit das System Iris-T. Zunächst als Lenkwaffe zur Bewaffnung des Eurofighters konzipiert, hat Diehl die Rakete schon vor dem Ukrainekrieg für die Abwehr von Drohnen, Kampfflugzeugen und ballistischen Raketen weiterentwickelt.