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Luftfahrtkonzern Airbus schränkt seine Produktion um ein Drittel ein

Die Herstellung von Zivilflugzeugen wird heruntergefahren, um sich an die kritische Lage anzupassen. Airbus-Chef Faury erwartet eine lange Krise.
08.04.2020 - 20:44 Uhr Kommentieren
Das Modell ist das erfolgreichste Produkt für Airbus. Quelle: Reuters
Airbus A320 von Air France

Das Modell ist das erfolgreichste Produkt für Airbus.

(Foto: Reuters)

Paris Als Folge der Coronakrise verringert Airbus die Produktion seiner Zivilflugzeuge. Wie das Unternehmen am Mittwoch nach Börsenschluss mitteilte, soll sie um rund ein Drittel eingeschränkt werden. Angesichts der großen finanziellen Schwierigkeiten vieler Airlines und des fast zum Erliegen gekommenen internationalen Flugverkehrs war eine solche Reaktion erwartet worden.

Airbus-Chef Guillaume Faury sagte: „Dies wird eine lange Krise sein.“ Airbus passe die Produktion an die neue Lage an und arbeite an operativen und finanziellen Maßnahmen, um vor allem die Liquidität zu schützen. „Wir stehen unter starkem Druck bei Cash, wie alle in der Luftfahrtindustrie.“ Der Konzern habe aber keine Staatshilfen beantragt.

Die Herstellungsprozesse seien bereits an die neuen Sicherheitsvorschriften für die Arbeitnehmer angepasst worden. Daneben konzentriere das Unternehmen sich darauf, seine Liquidität zu sichern und seine langfristige Kostenstruktur zu verbessern, teilte der Konzern mit. „Wir werden alle Werke für die Endmontage offenhalten, vor allem Hamburg, die größte“, sagte Faury speziell zum wichtigsten Produkt, der A320.

Im ersten Vierteljahr 2020 zeigt sich der Einbruch infolge der Pandemie noch nicht massiv. Das deutsch-französisch-spanische Unternehmen konnte netto 200 zusätzliche Bestellungen verbuchen, 122 Flugzeuge wurden ausgeliefert. 60 Maschinen wurden zwar fertig gestellt, konnten aber nicht an die Kunden übergeben werden. Im März ließ sich der Effekt der Pandemie allerdings bereits stärker als in den Vormonaten erkennen. Es wurden nur noch 36 Flugzeuge an die Airlines übergeben. Im Februar waren es noch 55.

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    „In diesen Zahlen zeigen sich die Bitten der Kunden, Auslieferungen zu verschieben, aber auch andere Faktoren der laufenden Pandemie“, begründet der Konzern den Rückgang. Stornierungen infolge der Epidemie habe es noch nicht gegeben, die Airlines würden vor allem um eine Verschiebung der Übergabe von Flugzeugen bitten, präzisierte Faury.

    Fertigung auf verschiedene Länder verteilt

    Mit „andere Faktoren“ ist die Anpassung an neue Sicherheitsvorschriften gemeint – aber auch, dass manche Werke wie etwa in Spanien zwangsweise schließen mussten, weil die Regierung Industrien stilllegt, die als nicht kritisch gelten. Die Fertigung der Airbus-Flugzeuge ist auf verschiedene Länder verteilt.

    Was die einzelnen Flugzeugfamilien angeht, plant das in Toulouse ansässige Unternehmen nun mit folgenden Werten: Die erfolgreichste Baureihe A320 soll noch mit 40 Einheiten pro Monat hergestellt werden. Beim Großraumflieger A350 soll die Rate auf sechs pro Monat gesenkt werden, bei dem etwas kleineren Langstreckenjet A330 auf zwei pro Monat.

    „Diese Zahlen entsprechen der besten Schätzung, die wir heute machen könne, es ist aber möglich, dass wir sie in den kommenden Monaten korrigieren müssen“, sagte Faury. Viele Airlines würden ums Überleben kämpfen, andere dagegen hätten komfortablere Bedingungen.

    Zum Vergleich: Beim Erfolgsmodell A320 galt bislang eine monatliche Rate von 60 Stück. Noch Anfang des Jahres hatte Airbus darauf gehofft, die Rate bis 2021 auf 63 steigern zu können. Davon ist mittlerweile keine Rede mehr. Die Gesamtzahl der Abbestellungen im vergangenen Quartal beläuft sich auf 66 Stück.

    Die meisten Stornierungen gab es mit 22 bei der A320 neo. Das entspricht ungefähr einem Drittel der verbleibenden neuen Aufträge. Anteilsmäßig ist der Rückgang beim Großraumflieger A350 stärker, nämlich elf Stornierungen. Es bleiben lediglich zehn neue Bestellungen.

    Faury sagte aber nicht, dass bestimmte Projekte aufgegeben würden, wie etwa die neue A321 XLR: „Wir sind mehr denn je davon überzeugt, dass dieses Flugzeug auf große Nachfrage stößt.“

    Mehr: Airbus-Chef Faury kassiert die Prognose für das laufende Jahr.

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