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Fluggesellschaft Lufthansa schließt Billigflieger Germanwings und schrumpft Flotte

Die Fluggesellschaft löst die Tochter trotz des Widerstands der Gewerkschaften auf. Andere Töchter sollen schrumpfen, und zahlreiche Jets werden ausgemustert.
07.04.2020 Update: 07.04.2020 - 17:57 Uhr Kommentieren
Lufthansa schrumpft Flotte und schließt Tochter Germanwings wegen Coronakrise Quelle: Reuters
Germanwings

Die Lufthansa-Gesellschaft war mit rund 30 Flugzeugen für Eurowings unterwegs.

(Foto: Reuters)

Frankfurt Lufthansa wird sich wegen der Coronakrise wie erwartet – und von Konzernchef Carsten Spohr mehrfach angedeutet – deutlich verkleinern. Der Vorstand der nach Umsatz größten Fluggesellschaft Europas hat am Dienstagabend beschlossen, sowohl die Flotten als auch das Angebot zu reduzieren. Die Tochter Germanwings wird komplett eingestellt. Betroffen sind hier rund 1400 Mitarbeiter.

Die Tochter, einst als eher zaghafter Versuch der „Hansa“ gegründet, um gegen die damals aufkommenden Billiganbieter zu konkurrieren, flog zuletzt mit etwa 30 Flugzeugen ausschließlich für den Billigableger Eurowings. Das Management hatte bereits vor Monaten angekündigt, die noch bestehenden vier Flugbetriebe, die für Eurowings arbeiten, auf einen zu konzentrieren. Damit soll die Komplexität reduziert werden.

Doch das Vorhaben ist kompliziert, da zahlreiche Tarifabsprachen und -verträge berührt werden. Die Gewerkschaften werfen dem Lufthansa-Management deshalb nun vor, die Coronakrise als Vorwand zu nehmen, um den Konzernumbau zu beschleunigen. Lufthansa wiederum verspricht der Belegschaft, für möglichst viele der von der Schrumpfung betroffenen Mitarbeiter eine Weiterbeschäftigung innerhalb der Gruppe suchen zu wollen.

„Dafür sollen mit den Sozialpartnern zügig Gespräche vereinbart werden, um unter anderem über neue Beschäftigungsmodelle zur Sicherung von möglichst vielen Arbeitsplätzen zu sprechen“, heißt es in einer Mitteilung.

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    Doch einfach wird das nicht. Denn auch jenseits von Germanwings will die Airlines-Gruppe deutlich schrumpfen. Teilweise wird die geplante Ausmusterung von Jets beschleunigt. Das gilt zum Beispiel für die Ausflottung von sechs Airbus A380 bei der Marke Lufthansa. Sie sollten sowieso ab 2022 sukzessive an Airbus zurückgegeben werden.

    Lufthansa setzt bei der Langstrecke künftig stark auf A350 und Boeing 787 (Dreamliner), die bestellt sind. Daneben nimmt die Kernmarke sieben A340-600 sowie fünf Boeing 747-400 aus dem „Fuhrpark“. Damit werden auf der Langstrecke ausschließlich Maschinen mit vier Triebwerken herausgenommen. Sie gelten mittlerweile als relativ teuer im Betrieb.

    Auch andere Airlines haben verkündet, wegen der Coronakrise vorzeitig Flugzeuge mit vier Motoren aus dem Programm zu nehmen. Dieser Teil der Lufthansa-Schrumpfung wirkt sich auf das Angebot an den beiden Drehkreuzen in Frankfurt und München aus. Hinzu kommen bei Lufthansa auf der Kurzstrecke elf Airbus A320, die aus der Flotte genommen werden.

    Auch die touristische Langstrecke wird kleiner

    Auch die noch vor Kurzem angekündigten Pläne, das touristische Langstreckengeschäft ausbauen zu wollen, sind wohl wieder in der Schublade verschwunden. Die weit entfernten Urlaubsziele waren lange Zeit überwiegend bei Eurowings angesiedelt, kürzlich war der kommerzielle Betrieb aber an Lufthansa übergegangen.

    Unterwegs zu den Fernzielen sind für Lufthansa die Tochter Cityline, für Eurowings wiederum das Joint Venture Sunexpress von Lufthansa und Turkish Airlines. Lufthansa Cityline wird nun drei Flugzeuge vom Typ Airbus A340-300 aus dem Betrieb nehmen. Das Langstreckengeschäft der Eurowings soll ebenfalls verkleinert werden.

    Zudem wird Eurowings auch auf der Kurz- und Mittelstrecke zehn Airbus A320 ausflotten. Schrumpfen sollen auch die Töchter Austrian Airlines und Brussels Airlines. Beide verschärfen ihre schon begonnenen Restrukturierungen noch einmal. So sollen die Flotten reduziert beziehungsweise die Auslieferung von Kurz- und Mittelstreckenflugzeugen verschoben werden.

    Grafik

    Alle Passagier-Airlines der Gruppe haben mittlerweile auch nahezu alle Wetlease-Vereinbarungen mit anderen Fluggesellschaften gekündigt. Das bedeutet: Fluggerät und auch Crews werden nicht mehr bei anderen Anbietern angemietet, etwa um Nachfragespitzen im Sommer abzufedern.

    Hintergrund ist die Erwartung des Vorstands, dass es lange dauern wird, bis in der Luftfahrt wieder halbwegs Normalität herrscht. Davon gehen mittlerweile alle Experten aus. Aktuell hat die „Hansa“ nur noch rund fünf Prozent des eigentlichen Flugplans im Angebot.

    Nach Einschätzung des Vorstands „wird es Monate dauern, bis die globalen Reisebeschränkungen vollständig aufgehoben sind, und Jahre, bis die weltweite Nachfrage nach Flugreisen wieder dem Vorkrisenniveau entspricht“, heißt es in der Mitteilung.

    Mehr: Die Rückkehr des Staats – Wie die Coronakrise die Luftfahrt verändern könnte

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