Rheinmetall: Was beim neuen Artilleriewerk in Unterlüß entstehen soll
Unterlüß. Eigentlich ist Unterlüß ein gewöhnliches deutsches 3000-Einwohner-Dorf: viele Einfamilienhäuser, reichlich Natur, eher langweilig. Am Mittwoch aber erlebte der kleine Ort in Niedersachsen einen wahren Ansturm: Hunderte Journalisten aus aller Welt sind angereist, höchste Politprominenz hat sich auf den Weg nach Unterlüß gemacht, begleitet von Dutzenden Personenschützern und Polizisten.
Verantwortlich für das Spektakel ist Rheinmetall. Am Mittwoch hat Deutschlands größter Rüstungskonzern in Unterlüß ein neues Artilleriewerk eingeweiht – neben Rheinmetalls Artilleriewerk in Spanien eines der größten in Europa.
Nato-Generalsekretär Mark Rutte war unter den Gästen. Begleitet wurde der Niederländer von Verteidigungsminister Boris Pistorius, Finanzminister Lars Klingbeil, dem bulgarischen Staatspräsidenten Rumen Radev, Rumäniens Ministerpräsidenten Ilie Bolojan sowie offiziellen Vertretern aus Lettland und Litauen.
Die Politiker haben sich von Rheinmetall-Chef Armin Papperger durch das neue Werk führen lassen. In der maximalen Ausbaustufe sollen dort ab 2027 pro Jahr etwa 350.000 Artilleriegranaten im Kaliber 155 Millimeter gebaut werden. Stückpreis: ab 4000 Euro.
Der Firmenchef gab sich begeistert. „Das neue Werk Niedersachsen wird nach dem Produktionshochlauf bis 2027 und bei voller Kapazitätsauslastung das größte Munitionswerk Europas, wenn nicht gar der Welt sein“, sagte Papperger.