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SensorenAMS Osram arbeitet den Schuldenberg ab – Chef Kamper sieht Wachstum ab 2024

Lange war der hochverschuldete Konzern vor allem mit sich selbst beschäftigt. Nun fehlen nur noch Teilverkäufe und die beschlossene Kapitalerhöhung für den versprochenen Neuanfang.Axel Höpner 31.10.2023 - 15:42 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Aldo Kamper will die Schulden von AMS Osram reduzieren.

Foto: Handelsblatt

München. AMS Osram hofft nach Jahren der Krise auf den Neuanfang, laut Vorstandschef Aldo Kamper stimmt dafür inzwischen die Kapitaldecke: „Wir kommen auf der Finanzierungsseite sehr gut voran. Ab dem nächsten Jahr können wir uns dann wieder voll auf Wachstum konzentrieren“, sagte er am Dienstag dem Handelsblatt. Zuvor sollen noch die beschlossene Kapitalerhöhung und womöglich erste Teilverkäufe über die Bühne gebracht werden.

Seit der Übernahme des deutschen Leuchtmittelherstellers Osram durch den kleineren österreichischen Konkurrenten AMS sitzt der fusionierte Konzern auf einem hohen Schuldenberg. Das bremst die geplante Neuausrichtung des Geschäfts und das erforderliche Wachstum. Im September einigte sich Kamper mit den Banken auf die Refinanzierung. Die 800 Millionen Euro schwere Kapitalerhöhung soll noch in diesem Jahr bei Anlegern platziert werden, wie der Konzern jetzt mitteilte.

Auch Anleihen über 800 Millionen Euro, der zweite große Teil des angekündigten Finanzierungskonzepts, sollten noch vor Jahresende begeben werden. Aus dem Verkauf der LED-Fabrik im malaysischen Kulim und eines stillgelegten Werks an Investoren aus Asien erlöste das Unternehmen mit 450 Millionen Euro 150 Millionen mehr als erwartet.

Ein Zehntel des Konzernvolumens steht zum Verkauf

Die Sicherung der Refinanzierung habe viele Managementkapazitäten gebunden, die nun bald frei würden, sagte Kamper. Nach dem Prozess des Gesundschrumpfens wolle man im gesunden Kerngeschäft stark wachsen.

Der CEO, der die Führung erst am 1. April übernommen hatte, will den Konzern mittelfristig auf LED-Chips und intelligente Sensorik fokussieren und mit dem gut laufenden Autolampengeschäft weiter Geld verdienen. Verkauft werden sollen Randbereiche mit einem Umsatzvolumen von 300 bis 400 Millionen Euro. Dies entspricht rund zehn Prozent der Gesamterlöse.

Osram will sich unter anderem von margenschwachen oder defizitären Bereichen wie älteren Handytechnologien und Streulinsen trennen. „Die Verkäufe liegen im Plan“, sagte Kamper. Bei den passiven optischen Komponenten sei eine Veräußerung in den nächsten ein bis zwei Quartalen zu erwarten. Es gebe mehrere strategische Interessenten.

AMS Osram habe auch nach möglichen Verkäufen die kritische Größe, um sich in der Chipbranche zu behaupten, betonte Kamper. „Bei LEDs sind wir die globale Nummer zwei, im Auto sogar klare Nummer eins. Da gibt es nicht den einen Giganten, in dessen Schatten man unterwegs ist.“

Das operative Geschäft lief zuletzt schwach

Zuletzt lief das Geschäft bei AMS Osram allerdings schleppend. Im dritten Quartal lag der Umsatz mit 904 Millionen Euro 25 Prozent unter dem Vorjahresniveau, aber zumindest in der oberen Hälfte der erwarteten Spanne von 840 bis 940 Millionen Euro. Am besten lief es noch im Halbleitergeschäft mit der Autoindustrie. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) ging um 22 Prozent auf 71 Millionen Euro zurück, die bereinigte Umsatzrendite (Ebit-Marge) lag mit 7,9 (7,5) Prozent aber am oberen Ende der Erwartungen (fünf bis acht Prozent). Unter dem Strich schrieb AMS Osram mit minus 55 (minus 370) Millionen Euro erneut rote Zahlen.

Angesichts des schwachen Aktienkurses sei es gut für AMS Osram, dass die Banken das Volumen der Kapitalerhöhung garantiert hätten, hieß es in Unternehmenskreisen. Denn an der Börse steht der Licht- und Sensorikkonzern weiter unter Druck. In den vergangenen zwölf Monaten hat die Aktie nochmals die Hälfte an Wert verloren. Aktuell notieren die Anteilsscheine an der Schweizer Börse nur noch bei gut drei Franken. Vor drei Jahren waren es noch knapp 25 Franken.

AMS hatte Osram nach einem Bieterwettkampf gegen den anfänglichen Widerstand in München übernommen. AMS-CEO Alexander Everke hatte die Umsätze von AMS auch mithilfe der Osram-Übernahme seit 2006 verzehnfacht. Sein Führungsstil war aber umstritten. Er lenkte das Unternehmen aus Premstätten heraus, die Aktie ist in der Schweiz notiert. Nun dominiert wieder stärker Osram: Im Vorstand ist kein AMS-Vertreter mehr, der langjährige Chef der Osram-Chipsparte Kamper hat die Führung übernommen.

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