Management: „Vielfalt ist Führungsleistung, nicht PR“
Besprechung im Büro: Viele Unternehmen präsentieren sich vielfältiger, als sie sind. Foto: IMAGO/Zoonar
Düsseldorf. Frauen bleiben in deutschen Führungsetagen die Ausnahme: Das zeigen gleich zwei Statistiken, die in dieser Woche veröffentlicht wurden:
- Das Statistische Bundesamt hat untersucht, wie sich der Anteil der weiblichen Führungskräfte in Deutschland in den vergangenen zehn Jahren entwickelt hat. Das Ergebnis: Es hat sich praktisch nichts verändert. Mit einem Frauenanteil von 29,1 Prozent war im Jahr 2024 weniger als jede dritte Führungskraft in Deutschland weiblich. Damit liegt die deutsche Wirtschaft deutlich unter dem europäischen Durchschnitt von 35,2 Prozent.
Zu den erfassten Führungspositionen zählen die Geschäftsführung kleiner Unternehmen, die Geschäftsführung oder Bereichsleitung großer Unternehmen sowie leitende Positionen im Verwaltungsdienst. - Auch wenn man sich nur die Vorstände der 160 größten börsennotierten Unternehmen ansieht, ist kein Fortschritt zu erkennen. Das ist das Ergebnis der neuen Studie der Allbright-Stiftung, die sich für mehr Diversität in den Führungsetagen der Wirtschaft einsetzt. Wie im Vorjahr ist nur jeder fünfte Vorstandsposten der in den Aktien-Indizes Dax, MDax und SDax notierten Unternehmen mit einer Frau besetzt.
Bei den Neurekrutierungen setzen sich zudem wieder häufiger Männer durch. Nur noch jede fünfte Neubesetzung in den 160 Vorständen war von September 2024 bis September 2025 eine Frau.
Und das, obwohl sich viele Unternehmen seit Jahren öffentlichkeitswirksam für mehr Diversität einsetzen und entsprechende Förderprogramme und Initiativen gestartet haben.
Warum geht es mit der Gleichstellung in deutschen Führungsetagen nur so langsam voran? Das Handelsblatt hat bei der Leadership-Professorin Fabiola Gerpott von der WHU – Otto Beisheim School of Management nachgefragt. Sie erklärt, woran gut gemeinte Programme oft scheitern und warum Unternehmen die Lage nicht schönreden sollten.