Software-AG-Gründer und Stifter Peter Schnell: „Die Pharmaindustrie kennt nur den Tod“
„Diabolischer Eingriff ins menschliche Erbgut.“
Foto: Tim Wegner/laifDarmstadt. Peter Schnell gilt als scheu. Ein Mensch, der entsprechend zurückgezogen lebt und aus eigenem Antrieb selten das grelle Licht der Öffentlichkeit sucht. Dabei hatte sein Wirken als Manager durchaus vorbildlichen Charakter. War er doch seiner Zeit weit voraus, weil sein unternehmerisches Werk noch heute perfekt ins Zeitalter des Gründens und der Digitalisierung passen würde.
Peter Schnell also, dieser zierliche, feingliedrige Mann, gründete Ende der 60er-Jahre Deutschlands bis heute zweitgrößten Softwarekonzern mit, die in Darmstadt ansässige Software AG. Die setzt mit 4.500 Mitarbeitern knapp 900 Millionen Euro um, vorwiegend mit Programmen, die es Unternehmen und Organisationen erlauben, ihre Prozesse zu optimieren und Innovationen voranzutreiben.
Schnell war bis 1996 viele Jahre Vorstandsvorsitzender und bis zum Börsengang 1999 Alleinaktionär der im TecDax notierten Firma. Nach seinem Ausscheiden als Vorstandsprimus wechselte er aber nicht etwa in den Aufsichtsrat des Konzerns, sondern gab sich vollumfänglich der Profession des Stiftens hin. Mit 100 Prozent seiner Aktien baute er – rund 30 Jahre nachdem er als Computerpionier die Software AG mit gegründet hatte – die gemeinnützige Software AG-Stiftung auf. Heute gehört die Förderstiftung mit einem Kapital von 1,2 Milliarden Euro zu den zehn größten in Deutschland. Seit 1999 wurden mehr als 4.000 Projekte mit 350 Millionen Euro gefördert.