Das Unternehmergespräch: Familienunternehmer Delius: „Moral ist kein Produkt, das wir verkaufen können“
Der Unternehmer führte gemeinsam mit seinem Cousin Rudolf Delius (links) in der neunten Generation die Geschäfte des Textilunternehmens.
Foto: DeliusBielefeld. Das Bielefelder Familienunternehmen Delius transformiert sich seit 300 Jahren. Der einstige Leinenhändler fertigt heute unter anderem technische Textilien als Alternative zu Metallverbundstoffen für die Autoindustrie oder schwer entflammbare Textilien, die in Hotels, Kreuzfahrtschiffen und Seniorenresidenzen verwendet werden.
Mit dieser zweigleisigen Strategie lief das Jahr 2022 „auskömmlich“, sagt Friedrich Wilhelm Delius, Vertreter der neunten Generation der Eigentümerfamilie, im Interview mit dem Handelsblatt.
Gemeinsam mit dem ersten familienfremden Geschäftsführer Marc Schmidt erklärt Delius, warum die Abhängigkeit von China noch so groß ist, warum er mit weiteren Verlagerungen von Unternehmen rechnet und wie man gelassener darauf schaut, wenn ein Unternehmen schrumpft.
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Herr Schmidt, der Ton zwischen Deutschland und China wird schärfer. Derzeit versuchen viele Unternehmen, sich unabhängiger von dem Land zu machen. Wie abhängig sind Sie als Textilhersteller?
Marc Schmidt: China ist ein sehr relevanter Teil der Lieferkette. Einige Garne kommen aus Asien mit Schwerpunkt China.
Wie viel ist das konkret?
Schmidt: Gut ein Drittel der Garne sind asiatischen Ursprungs. Die Chemikalien kommen noch überwiegend aus Europa.