Familienunternehmen: Miele streicht rund 2000 Stellen
Düsseldorf. Der Haushaltsgerätehersteller Miele aus Gütersloh muss Tausende Stellen streichen, erfuhr das Handelsblatt aus dem Umfeld des Unternehmens. Ein Sprecher bestätigte entsprechende Pläne, allerdings äußerte er sich nicht zur konkreten Zahl der Stellen, die gestrichen werden sollen. Er verwies auf weitere Erklärungen am Dienstag. Das „Manager Magazin“ hatte zuerst darüber berichtet.
Miele muss im Jahr seines 125-jährigen Bestehens umsteuern. Um das Kerngeschäft zukunftsfähig aufzustellen, müssten nun rund 2000 der insgesamt 23.300 Stellen gestrichen werden, heißt es aus Unternehmenskreisen. Insgesamt soll die Produktion neu aufgestellt werden, was auch Verlagerungen von Arbeitsplätzen bedeuten könnte, denn die Kosten müssen sinken.
Der Umsatz des Familienunternehmens war 2023 deutlich zurückgegangen. In den Vorjahren hatte Miele eine Sonderkonjunktur erlebt – bedingt durch die Coronapandemie. Miele gehört bei Waschmaschinen, Trocknern, Öfen, Herden und Staubsaugern zu den Premiumanbietern, deren Kunden weniger stark auf Inflation und allgemeine Konsumzurückhaltung reagieren.
Doch die aktuelle Summe an negativen Einflussfaktoren treffe das Unternehmen diesmal besonders, heißt es aus den Kreisen.
Allein 2023 war der Absatz bei Haushaltsgroßgeräten branchenweit um zehn Prozent gesunken, errechnete zuletzt Alexander Dehmel von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK).
Noch 2020 und 2021 konnte Miele kaum genug Waschmaschinen, Geschirrspüler und Öfen produzieren, um der Nachfrage Herr zu werden. Durch Lieferrückstände wies Miele auch 2022 einen Umsatzrekord von 5,43 Milliarden Euro aus und verkaufte erstmals mehr als eine Million Waschmaschinen.
Weitere Details zur Umstrukturierung des Unternehmens will Miele am Dienstag bekannt geben.