Relex Solutions: Logistik-Start-up überzeugt Investoren
Co-Gründerin von Relex Solutions.
Foto: Relex SolutionsHelsinki. Irgendwann war es genug mit der reinen Theorie: Einige Jahre hatten Johanna Småros, 43, Mikko Kärkkäinen, 42, und Michael Falck, 40, an der Technischen Universität Helsinki zur Organisation von Logistikketten geforscht. Dann beschlossen sie im Januar 2005, aus ihrer Expertise ein Geschäftsmodell zu machen. Wie sich heute zeigt, war die Entscheidung richtig: Ihr Unternehmen Relex Solutions hat nicht nur Dutzende führende europäische Händler als Kunden – auch Investoren sind davon überzeugt.
So hat der amerikanische Finanzinvestor TCV jetzt eine Minderheitsbeteiligung in Höhe von 175 Millionen Euro an dem Start-up erworben. „Relex beeindruckt uns mit seiner cloudbasierten, modernen und hochflexiblen Software und der außergewöhnlichen Datenverarbeitungsleistung“, sagt John Doran, General Partner des Investors TCV, der auch schon bei so erfolgreichen Firmen wie Netflix, Airbnb und Spotify engagiert war. In früheren Finanzierungsrunden hatte Summit Partners bereits 30 Millionen Euro in Relex investiert.
Das Unternehmen hat eine Planungssoftware für Einzelhändler entwickelt, die Beschaffungsketten effizienter organisiert. In Deutschland nutzen beispielsweise die Supermarktkette Real und der Drogerist Rossmann diese zur Steuerung ihres Nachschubs. Ein gemeinsames Projekt von Relex und dem Lebensmittelhändler Bünting wurde mit dem Retail Systems Awards ausgezeichnet, unter anderem weil es die Flottenkosten in der Logistik um mehr als ein Viertel gesenkt hatte.
Relex beschäftigt mittlerweile mehr als 500 Mitarbeiter und will das frische Kapital für die Expansion nutzen und vor allem „mehr Technologietalente einstellen“, sagte Vorstandschef Kärkkäinen. Ein künftiger Schwerpunkt ist der Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Einzelhandel.