„Leer-Flug“ nach Brasilien
Aufregung um Merkels WM-Abstecher

Der WM-Auftakt in Brasilien war für Deutschland ein Riesenerfolg, und Merkel feierte mit. Auf ihren Brasilien-Trip nahm die Kanzlerin auch Abgeordnete mit – insgesamt eine teure Angelegenheit. Nun regt sich Kritik.
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BerlinBeim ersten Spiel der deutschen Fußballnationalmannschaft bei der diesjährigen Weltmeisterschaft in Brasilien lief eigentlich alles nach Plan. Die deutsche Elf bezwang Portugal mit einem fulminanten 4:0 und löste damit in Deutschland einen regelrechten Euphoriesturm aus. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) jubelte begeistert mit – vor Ort im Stadion von Salvador. Das war ein teures Vergnügen, wie sich jetzt herausstellt.

Merkel flog mit einer kleinen Delegation nach Brasilien. Insgesamt 15 Personen, in einer Maschine, die 142 Passagieren Platz bietet. Eine Flugstunde mit dem Regierungs-Airbus A340 kostet nach Angaben des Steuerzahlerbunds etwa 12.000 Euro. Hin und zurück dauert ein Flug 25 Stunden. Summa summarum rund 300.000 Euro-Kosten.

Die Bundesparteispitze der Alternative für Deutschland (AfD) sieht vor diesem Hintergrund das Kosten-Nutzen-Verhältnis nicht mehr gewahrt und wirft Merkel einen Verstoß gegen das „Sparsamkeitsgebot“ im Umgang mit Steuergeldern vor. Merkels „Leer-Flug“ sei eine „absolute Verschwendung von Steuergeldern ohne politischen, wohl aber privaten Nutzen“, sagte AfD-Sprecher Christian Lüth Handelsblatt Online. „Die Opposition im Bundestag täte gut daran, diesen Vorgang unter die Lupe zu nehmen. Es kann nicht sein, dass die Kanzlerin Steuergelder für ihr Privatvergnügen missbraucht.“

Die Opposition dürfte sich jedoch kaum über den teuren WM-Abstecher aufregen. Denn auch sie durfte mitreisen. Aus den Bundestagsfraktionen konnte auf Einladung des Kanzleramts jeweils ein Abgeordneter die Kanzlerin zum Portugal-Spiel begleiten. Die Linke, die vor vier Jahren noch einen Rückzieher gemacht hatte, war diesmal mit Dietmar Bartsch mit an Bord. Für eine Stellungnahme war der Fraktionsvize am Dienstag nicht zu erreichen.

Die Grünen wollten wie schon 2010 niemanden für die WM-Kanzlermaschine nominieren. Als Grund wurden „terminliche Gründe“ genannt. Auf Nachfrage wollte sich aber niemand zu der aufwändigen Reise äußern.

Für die Union waren Karl Schiewerling (CDU) und Max Straubinger (CSU) dabei, für die SPD flog Fraktionschef Thomas Oppermann mit. Oppermann wollte schon vor vier Jahren mit Merkel zur WM, damals nach Südafrika. Dann aber kam Kritik auf an der teuren Reise. Nach einer festen Zusage überlegte sich die SPD die Sache wieder anders. Oppermann blieb zu Hause. Er müsse zur Kenntnis nehmen, dass seine Mitreise zu einer öffentlichen Debatte geführt habe, begründete der Mittelstürmer der Bundestags-Mannschaft seinen kurzfristigen Rückzieher. Auch der Vize-Fraktionschef der Linken, Jan van Aken, zog seine Reise-Zusage damals kurzfristig zurück.

Kommentare zu " „Leer-Flug“ nach Brasilien: Aufregung um Merkels WM-Abstecher"

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  • Mal ganz ehrlich.....
    Ich kann die Aufregung wirklich nicht verstehen. Die "Experten" beim "Bau" des Berliner Flughafens verprassen wahrscheinlich jeden Tag so viel Geld. Letzten Ende war es sicherlich Nasenpflege von Frau Merkel aber so ist es nun einmal. Die Mehrheit der Deutschen wollte diese Frau, aus von mir nicht nachvollziehbaren Gründen, unbedingt wieder als 1. Frau im Staate haben. Nun gönnt ihr doch das Vergnügen....obwohl, sie konnte ja kaum noch aus den Augen schauen ;-) (den Job möchte ich wirklich nicht haben).

  • Für einen "Vergnügungsflug" mit dem Kanzler-Airbus zum WM-Fußballspiel nach Brasilien fliegen und dafür dem Steuerzahler in D Kosten von weit mehr als 300 T€ aufbürden, sind Allüren von russichen Oligarchen!

  • also grundsätzlich will ich, das meine regierung ob von mir gewählt oder nicht
    48 h am tag im dienst ist und nicht mal kurz "out of service" geht nur weil sie einen privaten termin hat(das gilt auch im urlaub)

    Ich will das Sie sich um die gesetze kümmern die verabschiedet werden sollen und nicht um eine reisekostenabrechnung
    die ist pipifax zu den fallstricken nicht verfassungskonformer und freiheitsberaubender gesetzeswerke.


    selbst herr mehdorn(von mir weis gott nicht ge"liebt") hat vorgemacht was passiert, wenn eine solche "führungskraft"
    sich mit dingen beschäftigt die nicht seine eigentliche aufgabe sind

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