Medienbericht
Mehr SPD-Abgeordnete als bisher bekannt arbeiteten für Stasi

Zwischen 1949 und 1989 sollen neun SPD-Bundestagsabgeordnete der Stasi zugearbeitet haben. Bei elf weiteren Abgeordneten besteht der Verdacht, heißt es in einem Medienbericht. Das sind mehr als bislang angenommen.
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BerlinBis zum Ende der DDR waren einem Pressebericht zufolge mehr frühere SPD-Abgeordnete für die Stasi tätig, als bislang bekannt. Das geht aus einem wissenschaftlichen Gutachtens der Jahn-Behörde hervor, das laut „Zeit Online“ kommende Woche an Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) übergeben werden soll.

Insgesamt würden in dem Gutachten neun Bundestagsabgeordnete aus den Jahren 1949 bis 1989 als „bewusst tätige IM“ (Inoffizielle Mitarbeiter) für die Hauptabteilung Aufklärung (HVA) des DDR-Ministeriums für Staatssicherheit oder ihrer Vorläufer bezeichnet. Die meisten davon seien aber schon länger bekannt. Daneben habe ein SPD-Abgeordneter von 1956 bis 1960 für den tschechoslowakischen Geheimdienst spioniert.

Bei elf weiteren Parlamentariern seien die vorliegenden Stasi-Unterlagen „problematisch“, heißt es dem Bericht zufolge in dem Gutachten weiter. In diesen Fällen liege „die Schlussfolgerung nahe, dass zwischen den jeweiligen Abgeordneten und der HVA in bemerkenswertem Umfang kontinuierlich Informationen geflossen sind“, zitierte „Zeit Online“ aus der Studie. Wegen lückenhafter Überlieferung ließen sich diese Fälle aber nicht mehr eindeutig klären.

Die SPD habe „in besonderer Weise im Visier des MfS“ gestanden. Bei einer Reihe von Sozialdemokraten scheine es dem DDR-Geheimdienst wegen „partieller politischer Übereinstimmung leichtgefallen zu sein, Verbindungen aufzubauen und beständig Informationen zu erhalten“.

Insgesamt seien in den Unterlagen der Stasi-Aktenbehörde 49 Prozent aller Bundestagsabgeordneten der Jahre 1949 bis 1989 erfasst, die meisten allerdings bloß als Zielperson. Sechs Prozent der insgesamt 2190 Parlamentarier aus dieser Zeit seien in IM-Vorgängen registriert, aber auch von diesen sei die große Mehrzahl lediglich unbewusst abgeschöpft worden.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • Also Namen von diesen Verrätern sind mir jedenfalls nicht bekannt. Der einzige Name mit Spion in Verbindung ist Willi Brandt, der einen DDR Privatspion hatte. Mit Gulliume an seiner Seite konnte die DDR einfluss nehmen auch wenn die SPD das händeringend abwinkte. Aber niemand kommt ohne Hilfe so dicht an den Kanzler ran. Heute kann man vermutlich davon ausgehen, dass Abgeordnete für den Geheindienst der Türkei arbeiten. Alle Politiker die mit Ferienhäuser in der Türkei gesegnet sind müssten kontrolliert werden. Schröder mit seinen Ferienhaus von 250 000,. T Bodrum Türkei mal als erstes genannt. Alle die sich vehement für den Türkeibeitritt einsetzen, obwohl dort kein demokratisches System herrscht und Menschenrechte verachtet werden, machen sich verdächtig.
    Hier ist mal Widerstand angesagt.

  • Das wird nur die Spitze des Eisberges sein. Mit Gauck hatte man vermutlich jemand gefunden der die SPD Verräter etwas dezimiert hatte. Aber jeder politisch aufgeklärte Mensch weis, dass die SPD mit Vorsicht zu geniessen ist. Das Schröder die DDR noch kurz vor der Grenzöffnung verkaufen wollte durch Anerkennung, wird wohl nie in den Stasiakten auftauchen und mit den Grünen zusammen weis man auch nie wieviele Politiker heute für die Türkei arbeiten. Das muss als nächstes auf den Tisch.

  • Es gibt nicht nur die Hochverräter an das kommunistische System "aufzuarbeiten". Daß darunter auch Trittin und das ganze Urgestein der Grünen fallen, sollte ohnehin bekannt sein. Auch die Verquickung in kriminelle Szenen sollte untersucht werden. So besaß der Berufsdemonstrant Fischer ein Auto aus dem der hessische Finanzminister Kari/FDP erschossen wurde. Kurz nachdem es Fischer verkaufte. Die Suche nach dem Mörder wurde aus irgendwelchen Gründen eingestellt oder abgebrochen ...

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