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  4. USA und China treffen sich zum KI-Gipfel auf neutralem Boden

Künstliche IntelligenzUSA und China beginnen gemeinsamen Gipfel

Die rivalisierenden Weltmächte tauschen sich zu Gefahren Künstlicher Intelligenz aus, etwa bei der Steuerung von Atomwaffen. Ausgerechnet am selben Tag sollen die USA heikle Zölle verkünden.Annett Meiritz 13.05.2024 - 11:37 Uhr
Amerika und China streiten um die Vorherrschaft bei den strategisch wichtigen Halbleitern: US-Exportkontrollen gegen Chips aus Fernost. Foto: Reuters

Washington. Die USA und China wollen an diesem Dienstag erstmals Rüstungskontrollgespräche über den Einsatz Künstlicher Intelligenz beginnen. Nach Angaben hochrangiger US-Regierungsbeamter ist das geplante Treffen in Genf seit etwa einem Jahr in Vorbereitung. Teilnehmen sollen eine amerikanische und eine chinesische Delegation sowie Vertreter der Privatwirtschaft und Wissenschaft.

Die Gespräche sind nach Angaben des Weißen Hauses der Versuch der beiden Wirtschaftsrivalen, einen Konsens zu finden, in welchen Bereichen nationaler Sicherheit Künstliche Intelligenz sinnvoll ist – und unter welchen Umständen der Einsatz verboten werden könnte, zum Beispiel bei der Steuerung der Atomwaffenarsenale beider Länder.

Die Beziehungen zwischen den Wirtschaftsgiganten gelten als sehr angespannt. Das Treffen wird deshalb auch als ein seltenes Signal der Annäherung bewertet.

Beide Länder ringen um die Vorherrschaft im Tech-Sektor: So haben die USA Exportkontrollen gegen chinesische Hochleistungschips veranlasst, wohl auch um Pekings technologischen und militärischen Fortschritt zu bremsen. Das gilt vor allem bei Künstlicher Intelligenz. Auch China drängt seine Unternehmen dazu, nach Möglichkeit auf den Einsatz ausländischer Technologie zu verzichten. 

Der Nachrichtenagentur Reuters zufolge könnte das US-Handelsministerium demnächst Exportkontrollen gegen KI-Software beschließen, die vorwiegend China treffen würden. US-Geheimdienste warnen vor chinesischen Hackerangriffen, versuchter Manipulation der US-Präsidentschaftswahlen und der Verbreitung sogenannter Deepfakes durch die Regierung in Peking. 

Ein Smartphone mit der Tiktok-App vor dem US-Kongress in Washington: In den USA nutzen 170 Millionen Menschen die Plattform. Foto: Anadolu/Getty Images

US-Präsident Joe Biden treibt ein amerikanisches Verbotsverfahren der chinesischen Social-Media-App Tiktok voran. Die USA werfen China zudem vor, Russland mit militärischen Gütern zu beliefern und damit den Ukrainekrieg zu unterstützen.

Die Abschottung der Lieferketten schreitet parallel voran: Medienberichten zufolge erwägt die US-Regierung neue Zölle für einige Waren aus China, darunter Elektrofahrzeuge. Der E-Auto-Zoll soll von aktuell 25 auf 100 Prozent steigen, auch die Halbleiter- und Solarbranchen sollen betroffen sein. Laut dem „Wall Street Journal“ soll die Ankündigung an diesem Dienstag erfolgen – am selben Tag, an dem sich die USA und China in Genf über KI austauschen.

Dass das KI-Treffen indes überhaupt zustande kommt, gilt als Signal dafür, dass beide Seiten die potenziellen Gefahren hochentwickelter KI zumindest ernst nehmen – und dafür sogar mit ihrem jeweils schärfsten Wettbewerber teilweise zusammenarbeiten könnten.

Gerade auch in Europa werden die möglichen Folgen einer technologischen Entkopplung beider Wirtschaftsgiganten mit wachsender Sorge betrachtet. Zudem haben die USA China und Russland jüngst zu einem Bekenntnis aufgefordert, dass Künstliche Intelligenz nicht über einen Einsatz von Atomwaffen entscheiden dürfe.

Das Weiße Haus dämpfte aber im Vorfeld die Erwartungen an eine Abschlusserklärung oder eine größer angelegte Kooperation. „Bei den Gesprächen geht es nicht um bestimmte Ergebnisse, sondern vielmehr um einen Meinungsaustausch über die technischen Risiken der KI“, erklärte ein US-Regierungsbeamter.

Das Risiko der unbeabsichtigten Konflikte

Während einer längeren diplomatischen Krise im vergangenen Jahr gab es zwischen beiden Ländern so gut wie keine Kommunikation. Dass sich Derartiges wiederholt und damit auch die Kontaktwege zum chinesischen Militär blockiert sind, will die US-Regierung künftig vermeiden.

„Ein intensiver Wettbewerb erfordert eine intensive Diplomatie, um das Risiko von Fehlkalkulationen und unbeabsichtigten Konflikten zu verringern“, sagte der US-Beamte weiter. „Das gilt insbesondere im Fall von KI, die sich in rasantem Tempo weiterentwickelt und missbraucht werden kann.“

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Der Einsatz von KI berge „globale Risiken“, bei deren Eingrenzung die führenden Wirtschaftsnationen eine besondere Verantwortung hätten. „Die Welt erwartet von uns, dass wir über Künstliche Intelligenz sprechen“, führte der US-Beamte weiter aus. Auf internationaler Ebene arbeiten die USA bereits an einem gemeinsamen KI-Rahmen mit der EU und den G7-Industrienationen.

Mitarbeit: Martin Benninghoff

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