Technologie: EU treibt offenbar Wettbewerbsklage gegen Microsoft voran
Düsseldorf. Die EU-Kommission bereitet einem Bericht der „Financial Times“ (FT) zufolge wegen Wettbewerbsverstößen weitere Schritte gegen den US-Technologiekonzern Microsoft vor. Konkret geht es erneut um die Videokonferenz- und Kommunikationssoftware Teams. Die Brüsseler Behörde sieht dem Bericht zufolge weiter Anzeichen dafür, dass Microsoft mit Teams den Wettbewerb behindert.
Das Verfahren gegen den aktuell wertvollsten Tech-Konzern der Welt ist bereits seit Jahren anhängig. Microsoft hatte vor etwa einem Monat Zugeständnisse angeboten und angekündigt, Teams und das Programmpaket Microsoft Office in Zukunft weltweit getrennt voneinander anzubieten. Das Unternehmen von CEO Satya Nadella wollte damit Schritten der EU zuvorkommen.
Doch offenbar genügt das Brüssel nicht: Wie die „FT“ unter Verweis auf informierte Personen berichtet, will die EU-Kommission dennoch weiter gegen Microsoft vorgehen und damit den Wettbewerb sichern.
Milliardenstrafe möglich
Wann genau die EU neue Schritte ankündigt, ist noch unklar, es könne aber in wenigen Wochen so weit sein. Ein Indiz: Microsoft-Konkurrenten treffen sich offenbar in dieser Woche mit Kommissionsvertretern, um über den Fall zu beraten. Das Teams-Verfahren war ursprünglich eingeleitet worden, weil Microsoft-Rivale Slack 2020 eine formelle Beschwerde gegen das Teams-Angebot eingereicht hatte.
Für Microsoft geht es um erhebliche Summen, sollte die EU tatsächlich eine Wettbewerbsstrafe verhängen: Laut europäischer Gesetzgebung sind Strafen in Höhe von zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes möglich. Microsoft setzte 2023 knapp 230 Milliarden US-Dollar um.