Immobilien: Wie Makler durch die Immobilienkrise unter Druck geraten
Frankfurt. Die Zeiten, in denen das Geschäft quasi von allein lief, sind vorbei. Vor gut zwei Jahren berichteten Makler noch mit leuchtenden Augen, dass sie auf attraktive Immobilienanzeigen innerhalb eines Tages bis zu 400 Anfragen bekamen. Doch inzwischen läuft das Geschäft deutlich mühsamer.
Die Nachfrage am Immobilienmarkt sei zwischen Sommer 2022 und Ende 2023 deutlich zurückgegangen, auch die Preise seien deutlich gesunken. Das hatte Daniel Ritter, geschäftsführender Gesellschafter des Maklers Von Poll Immobilien, jüngst dem Handelsblatt gesagt. Der Eindruck täusche jedoch, dass Makler dann Langeweile hätten. „Im Gegenteil, es muss sogar eher mehr Aufwand betrieben werden, um die Objekte zu verkaufen“, räumte er unverhohlen ein.
Sinkende Kaufpreise, zögernde Kunden, steigende Mieten: Das Geschäft der Immobilienmakler ist in der Krise nicht einfacher geworden. Die Trendwende am deutschen Immobilienmarkt hat das lange boomende Geschäft der Vermittler abrupt ins Stocken gebracht – und bei vielen Betroffenen in der Branche Zukunftssorgen ausgelöst. Denn plötzlich gelten die alten Gesetzmäßigkeiten nicht mehr.
Jedes Jahr stiegen im Boom die Quadratmeterpreise bei Kaufimmobilien verlässlich – um sechs, acht, zehn oder noch mehr Prozent. Und durch die Courtage auch die Einnahmen der Makler. Nun geht es in die andere Richtung. Wie sehr verändert sich gerade der Markt? Und müssen Käufer womöglich bald weniger Courtage zahlen? Das Handelsblatt hat sich auf eine Spurensuche begeben.