Private Equity: Dahinter steckt EQT – eine der weltweit bekanntesten Beteiligungsgesellschaften
Frankfurt. EQT zählt zu den bekanntesten Beteiligungsgesellschaften der Welt. Hinter ihr steht die reichste Familie Skandinaviens – die Wallenbergs. Ganz im Sinne dieser einflussreichen Familiendynastie erklärt EQT-Partner Marcus Brennecke dem Handelsblatt: Die Private-Equity-Firma habe den Anspruch, der „Investor mit der höchsten Reputation zu sein.“ Das Renommee der altehrwürdigen Familie soll demnach nicht durch zweifelhafte Deals in umstrittenen Branchen aufs Spiel gesetzt werden.
Nach Blackstone und KKR zählt EQT global zu den wichtigsten Private-Equity-Unternehmen der Welt. Aktuell verwalten die Schweden ein Vermögen von 232 Milliarden Euro. Mit 24 Büros sind sie in allen großen westeuropäischen Ländern, Amerika und Asien aktiv.
Die Anlagen des Beteiligungsunternehmens, das sich aktuell um einen Einstieg beim Mobilitätskonzern Flix bemüht, sind breit gestreut. EQT investiert unter anderem in den Sektoren Gesundheit, Technologie, Industrie sowie Infrastruktur mit dem Schwerpunkt Energie. Im Februar warb die Firma für ihren neuen Private-Equity-Fonds EQT X rund 22 Milliarden Euro ein. Damit übertraf sie das Zielvolumen um rund zehn Prozent.
Aktivitäten in Deutschland
Im deutschsprachigen Raum sorgte der Investor, für den einige Jahre auch der künftige Deutsche-Börse-Chef Stephan Leithner arbeitete, zuletzt vor allem bei folgenden vier Unternehmen für Schlagzeilen:
- Ottobock: 2017 stieg EQT beim Prothesenhersteller Ottobock ein und stockte die Belegschaft anschließend um rund 30 Prozent auf. Im März dieses Jahres verkaufte EQT seine Anteile an die Eigentümerfamilie Näder zurück.
- Schufa: Anfang 2023 gab EQT nach langem Ringen seine Pläne auf, bei der Wirtschaftsauskunftei Schufa einzusteigen. Dabei befand sich der Investor bereits in fortgeschrittenen Gesprächen, mehreren Privatbanken ihre Beteiligung an der Schufa abzukaufen. Die Sparkassen und Genossenschaftsbanken versuchten jedoch zu verhindern, dass EQT eine Mehrheit an der Schufa erwirbt. Aus diesem Grunde stockten sie ihre Anteile auf über 50 Prozent auf. Da sie auch sonst wenig Interesse an einer Zusammenarbeit mit EQT hatten, zogen sich die Schweden letztlich ganz zurück.
- Galderma: Im März machte EQT durch den Börsengang des Schweizer Hautpflegespezialisten Galderma auf sich aufmerksam. Im Jahr 2019 hatte EQT in einem Konsortium gemeinsam mit den Staatsfonds aus Singapur und Abu Dhabi das Unternehmen übernommen. Das Galderma-Börsendebüt war erfolgreich, die Aktie legte rund 15 Prozent zu.
- Suse: Vor gut einem Jahr hat EQT die Softwarefirma Suse von der Börse genommen. Die Börsenperformance der Firma war vor dem Delisting schwach. EQT hofft, dass sich Suse nun abseits der Börse besser auf langfristige Wertschöpfung und die Umsetzung seiner Strategie konzentrieren kann.
Neben Private-Equity-Investitionen ist EQT seit Jahren auch als Investor in der Start-up-Szene aktiv. Mit EQT Ventures beteiligen sich die Schweden mit Summen zwischen zwei und 50 Millionen Euro an Jungfirmen.
Zum deutschen Portfolio gehören Start-ups wie die KI-Softwarefirma Parloa, das Spacetech Exploration Company und Superlist vom früheren Wunderlist-Gründer Christian Reber. EQT wirbt dabei auch mit seinem großen Netzwerk, zu dem auch große US-Investoren und viele erfolgreiche Gründer zählen.