Dow Jones, S&P 500, Nasdaq: Wall Street schließt uneinheitlich
Frankfurt. Den US-Börsen ist zum Wochenschluss die Puste ausgegangen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss am Freitag 0,2 Prozent tiefer auf 43.828 Punkten. Der technologielastige Nasdaq notierte leicht im Plus bei 19.926 Zählern. Der breit gefasste S&P 500 ging kaum verändert auf 6051 Stellen aus dem Handel. Die Anleger hätten zum Jahresende noch einiges zu verdauen, sagte Dustin Thackeray, Investmentexperte von Crewe Advisors.
„Es war ein wirklich gutes Jahr für die großen Aktienmärkte. Wir könnten uns vorstellen, dass die Kurse bis zum Jahresende eher seitwärts tendieren“, sagte Dustin Thackeray, Chief Investment Officer bei Crewe Advisors. Die Aussicht auf sinkende Zinsen und eine unternehmensfreundliche US-Politik unter Donald Trump als Präsident hatten die Kurse in den vergangenen Wochen von Rekord zu Rekord getrieben. Der Nasdaq hatte am Mittwoch erstmals die 20.000-Punkte-Marke geknackt.
Spätestens wenn die Fed bei ihrem Lockerungskurs 2025 einen vorsichtigeren Ansatz wählt, könnte die Rally Strategen zufolge ins Stocken geraten. Die US-Notenbank hat im September die Zinswende vollzogen und kurz nach der US-Präsidentschaftswahl im November mit einer zweiten Zinssenkung nachgelegt. Viele Fachleute rechnen damit, dass die US-Währungshüter um Fed-Chef Jerome Powell in der nächsten Woche ihre Geldpolitik weiter lockern und die Leitzinsen dann auf eine Spanne von 4,25 bis 4,50 Prozent setzen werden. Dies dürfte dann jedoch vermutlich die letzte Senkung im aktuellen Minizyklus sein werde, prognostiziert Mark Dowding von RBC BlueBay Asset Management.
„Da die Wirtschaft über dem Trend wächst und kaum Anzeichen für eine Verlangsamung zeigt, scheint eine Pause durchaus gerechtfertigt.“ Am Devisenmarkt trieb die Aussicht auf eine behutsamere Gangart der Fed den Dollar in die Höhe. Der Dollar-Index stieg in der Spitze um 0,2 Prozent auf 107,1860 Punkte, den höchsten Stand seit zweieinhalb Wochen. Seit Januar hat er über fünf Prozent an Wert gewonnen. An den Anleihemärkten ging es mit den Renditen ebenfalls nach oben. Die zehnjährigen US-Treasuries wurden mit 4,395 Prozent verzinst nach 4,324 Prozent am Vortag.
Aufgehellt wurde die Stimmung von Broadcom. Der Spezialist für Netzwerk-Chips hat angesichts der Nachfrage nach Chips für die Künstliche Intelligenz (KI) einen Umsatz für das erste Quartal über den Expertenerwartungen prognostiziert. Die Aktien hoben daraufhin um über 20 Prozent ab.
„Es überrascht mich nicht, wenn Unternehmen solche Gewinne ausweisen und ihre Prognosen anheben, insbesondere im Bereich der künstlichen Intelligenz, dem derzeit wahrscheinlich angesagtesten Sektor, dass das bei den meisten Anlegern auf so große Begeisterung stößt“, sagte Peter Andersen, Gründer von Andersen Capital Management. „Der Kursanstieg ist ein Aspekt dieser übertriebenen Begeisterung für den Sektor.“
Einzelwerte im Fokus
Marvell Technology: Marvell Technology legten im Sog von Broadcom fast elf Prozent zu, während die Aktien von Nvidia 2,2 Prozent nachgaben. Im Einzelhandelssektor ragten die Aktien von RH mit einem Aufschlag von rund 17 Prozent heraus. Der Einrichtungshändler steigerte seinen Nettoumsatz im dritten Quartal. Der Anbieter habe durch die Einführung einiger neuer Produkte zu attraktiveren Preisen die anspruchsvollen Verbraucher wiedergewonnen, beurteilten die Analysten von Telsey Advisory Group.
Nvidia: Auch die Aktien des prominenten Chip-Herstellers Nvidia wurden von der Zuversicht angetrieben und beendeten den Tag mehr als zwei Prozent im Plus.
RH: Im Einzelhandelssektor ragten die Aktien des Einrichtungshändlers mit einem Aufschlag von 18,5 Prozent heraus. RH steigerte seinen Nettoumsatz im dritten Quartal. Der Anbieter habe durch die Einführung einiger neuer Produkte zu attraktiveren Preisen die anspruchsvollen Verbraucher wiedergewonnen, beurteilten die Analysten von Telsey Advisory Group.