Klimawandel: Erderwärmung überschreitet erstmals die 1,5-Grad-Marke
Berlin. Das Jahr 2024 war weltweit das wärmste Jahr seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen, die bis 1850 zurückreichen. Zu dieser Schlussfolgerung kommt der EU-Klimaforschungsdienst Copernicus.
Nach den an diesem Freitag veröffentlichten Daten ist das vergangene Jahr auch das erste, in dem die globale Durchschnittstemperatur mehr als 1,5 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau lag. Damit sind die Jahre zwischen 1850 und 1900 gemeint.
Für 2024 dokumentieren die Wissenschaftler „noch nie da gewesene Tages-, Monats- und Jahrestemperaturrekorde“. Die monatliche globale Durchschnittstemperatur lag in elf Monaten des Jahres mehr als 1,5 Grad über dem vorindustriellen Niveau. Eine Ausnahme war lediglich der Juli 2024. Insgesamt kommt Copernicus auf ein Plus von 1,6 Grad.
Die Grenze von 1,5 Grad ist von großer Bedeutung. Im Pariser Klimaabkommen von 2015 hatten sich die meisten Länder der Welt darauf verständigt, die Erderwärmung deutlich unter zwei Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu halten und möglichst auf 1,5 Grad zu beschränken. Anderenfalls, so die Sorge vieler Wissenschaftler, sind die Folgen der Erderwärmung kaum noch beherrschbar. Diese zeigen sich immer stärker in Form von Starkregen, Überflutungen, aber auch Waldbränden wie jetzt in den USA.