China: „Wie gut verstehen sich Chinesen und Deutsche noch, Herr Gu?“
Peking. Die Tongji-Universität in Shanghai ist für ihre intensiven Beziehungen zu deutschen Hochschulen bekannt. Das Handelsblatt sprach jetzt am Rande des Volkskongresses in Peking mit Gu Xianglin, einem ihrer renommiertesten Wissenschaftler, über die deutsch-chinesischen Beziehungen. Gu warb für eine engere Zusammenarbeit und forderte die Chinakritiker in der deutschen Politik auf, sich mehr mit den Herausforderungen der Volksrepublik auseinanderzusetzen.
Gu ist nicht nur Professor für Bauingenieurwesen, er zählt auch zu den Delegierten Shanghais beim Volkskongress, dem chinesischen Scheinparlament, das noch bis Dienstag tagt. Das Treffen mit dem Forscher fand in einem Pekinger Hotel statt, im Anschluss an die große Pressekonferenz der Shanghaier Delegation.
Solche Konferenzen laufen anders ab, als man es in Deutschland oder Europa gewohnt ist. Viele Fragen der chinesischen Journalisten dienen den Delegationsmitgliedern als Vorlage für lange, vorbereitete Monologe, die vom Blatt abgelesen werden. Kritische Fragen gibt es keine. Umso auskunftsfreudiger zeigte sich Delegationsmitglied Gu anschließend im persönlichen Gespräch.