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EnergieEon macht mehr Gewinn – und eine Ansage an die neue Regierung

Die Finanzchefin des Energiekonzerns verkündet eine Ergebnisverbesserung in allen Geschäftsfeldern. Dennoch setzt Eon darauf, dass die schwarz-rote Koalition die Rahmenbedingungen verbessert.Catiana Krapp 14.05.2025 - 14:26 Uhr aktualisiert Artikel anhören
Nadia Jakobi: Die Eon-Finanzvorständin bekräftigt die Ergebnisprognosen für 2025. Foto: Eon

Düsseldorf. Der Energiekonzern Eon hat im ersten Quartal sein Ergebnis deutlich gesteigert. Von Januar bis Ende März verbesserte sich der bereinigte Betriebsgewinn (Ebitda) um 18 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit.

Finanzvorständin Nadia Jakobi sagte in einer Telefonkonferenz mit Analysten mit Blick auf die von den USA ausgelösten globalen Zollstreitigkeiten: „Eine Flut von Zollankündigungen führte zu Rezessionsängsten und hoher Volatilität an den Aktienmärkten weltweit. In dieser Zeit der Ungewissheit haben wir gesehen, dass sich unser Geschäftsmodell als sehr widerstandsfähig gegenüber diesen makroökonomischen Entwicklungen erweist.“

Tatsächlich ist die Eon-Aktie seit dem Jahreswechsel um 32 Prozent gestiegen und damit so stark wie kaum eine andere Aktie eines Versorgers in Europa. Der Deutsche Aktienindex (Dax) gewann im gleichen Zeitraum rund 20 Prozent.

Eon gilt in Zeiten globaler Krisen für viele Anleger als „sicherer Hafen“, denn das Unternehmen erwirtschaftet seinen Betriebsgewinn zu 75 Prozent mit seinen Gas- und Stromleitungen, die in Europa liegen und von US-Zöllen unabhängig sind.

Die Kehrseite: Seit der Zollvereinbarung zwischen den USA und China am Montag hat die Aktie wieder vier Prozent verloren.

Stromnetze bringen Gewinne ein

Die Kennzahlen des Konzerns zeigen aber weiter einen positiven Trend. Jakobi sagte: „Unser Wachstumskurs setzt sich im ersten Quartal nahtlos fort.“ Der Konzern habe eine gute Basis für ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2025 gelegt.

Der bereinigte Konzernüberschuss kletterte um 22 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro. Der Konzern verbesserte in allen Geschäftsfeldern sein Ergebnis.

Jakobi bekräftigte zudem die Prognosen für 2025, wonach das bereinigte Ebitda einen Wert zwischen 9,6 und 9,8 Milliarden Euro haben soll. Auch der Ausblick für 2028 bleibe bestehen. Eon will den Wert bis dahin auf mehr als 11,3 Milliarden Euro steigern.

Eon profitierte insbesondere von gestiegenen Investitionen. Das Geschäftsfeld Energy Networks mit den Stromnetzen konnte sein bereinigtes Ebitda auf 2,1 Milliarden Euro nach zuletzt 1,8 Milliarden Euro verbessern.

Im ersten Quartal steigerte der Konzern nach eigenen Angaben seine Investitionen um 200 Millionen auf 1,5 Milliarden Euro. Der Großteil sei in die Modernisierung und Digitalisierung der Infrastruktur sowie in neue Netzanschlüsse geflossen. Im gesamten Jahr plane Eon Investitionen von 8,6 Milliarden Euro.

Eon erwartet bald Neuigkeiten zu künftiger Regulierung

Trotz der guten Zahlen fordert Eon ebenso wie andere Netzbetreiber in Deutschland einen höheren Eigenkapitalzins für das Geschäft mit den Stromnetzen. Dieser Zins wird von der Bundesnetzagentur vorgegeben und definiert, welche Rendite die Unternehmen mit ihrem eingesetzten Kapital erwirtschaften dürfen.

Ein höherer Eigenkapitalzins würde das Geschäft mit den Stromnetzen für Eon lukrativer machen. Anderen großen Netzbetreibern würde er helfen, neue Investoren zu finden, um die Milliardensummen zu stemmen, die der Netzausbau im Zuge der Energiewende erfordert.

Aktuell arbeitet die Bundesnetzagentur an den Vorgaben für die nächste Regulierungsperiode ab 2029. Noch ist unklar, wann die Vorgaben feststehen und ob sie die Geschäftsbedingungen für Netzbetreiber wie Eon verbessern werden.

Jakobi sagte mit Blick darauf: „Wir gehen davon aus, dass in den kommenden Wochen und Monaten die ersten regulatorischen Konsultationspapiere veröffentlicht werden.“

Eon: „Freuen uns außerordentlich“ für Katherina Reiche

Optimistisch blickt die Finanzvorständin auf die neue Bundesregierung. Die neue Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche war zuvor Chefin des Eon-Tochterkonzerns Westenergie.

Auf die Frage eines Analysten zu Reiche sagte Jakobi: „Wir sind einerseits außerordentlich traurig, dass Katherina uns verlässt, denn sie war eine großartige Managerin für unser Unternehmen. Aber natürlich freuen wir uns auch außerordentlich für sie und für unser Land, dass wir jetzt eine so starke Persönlichkeit in dieser neuen Rolle haben.“

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Auch die bereits angekündigten politischen Veränderungen durch die neue Bundesregierung bewertete Jakobi positiv. Laut Koalitionsvertrag will die neue Bundesregierung Unternehmen und Verbraucher in Deutschland bei den Strompreisen dauerhaft um mindestens fünf Cent pro Kilowattstunde entlasten.

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Dafür soll die Stromsteuer auf das europäische Mindestmaß sinken, Umlagen und Stromnetzentgelte sollen reduziert werden.

Jakobi sagte: „Das ist für uns ganz klar etwas Positives.“ Diese Maßnahme fördere eine weitere Elektrifizierung in Deutschland. Im Ergebnis könnten die Kosten für den Stromnetzausbau zudem auf mehr Schultern verteilt werden.

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