Thyssen-Krupp: Vertrag von Konzernchef Lopez wird offenbar vorzeitig verlängert
Frankfurt. Der Vertrag von Thyssen-Krupp-Chef Miguel Lopez soll Insiderangaben zufolge in der kommenden Woche verlängert werden. Dies werde auf einer Aufsichtsratssitzung am 20. Juni stattfinden, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag. Dann werde auch über die Ausgliederung der Marinesparte TKMS entschieden.
Lopez hatte im Juni 2023 die Führung des Traditionskonzerns übernommen und einen Vertrag mit einer Laufzeit von drei Jahren bis Ende Mai 2026 erhalten. Lopez macht beim Umbau des seit Jahren kriselnden Industriekonzerns Tempo und plant früheren Aussagen des Vorstands zufolge, alle Geschäftsbereiche von Thyssen-Krupp zu verselbstständigen.
IG Metall und Betriebsräte hatten Lopez mehrfach mangelnde Transparenz vorgeworfen und sein Vorgehen scharf kritisiert. Die Arbeitnehmervertreter halten die Hälfte der Sitze im Aufsichtsrat, können eine Vertragsverlängerung jedoch nicht blockieren. Bei einem Patt kann Aufsichtsratschef Siegfried Russwurm die entscheidende Stimme abgeben.
„Wir bestätigen, dass die Verlängerung des Vertrages von Herrn Lopez in diesem Jahr ansteht und der Aufsichtsrat sich damit zu gegebener Zeit befassen wird“, teilte der Industriekonzern auf Anfrage mit, ohne weitere Details zu nennen. Über die Vertragsverlängerung im Juni hatte die Zeitung „Bild“ zuerst berichtet.