Rüstung: Drohnen und KI – So rüstet sich die Marine gegen Russland
Hamburg. 150 Schiffe, 15.000 Soldaten und 120 Flugzeuge: „Juli-Sturm 2025“ nannte die russische Marine ihr Großmanöver, mit dem sie von der Nordsee bis zum Pazifik ihre Macht demonstrierte. Geprobt wurde mit Drohnen, modernen U-Booten und Marschflugkörpern, die von See aus Westeuropa in wenigen Minuten treffen können.
Anders als die durch den Angriff auf die Ukraine dezimierten Landstreitkräfte sind die russischen Flotten im Nordmeer und im Baltikum intakt und werden ständig modernisiert. Und in der Ostsee häufen sich die Fälle hybrider Attacken mutmaßlich russischen Ursprungs. Drohnenüberflüge, gekappte Seekabel und das Stören von GPS-Diensten. Das ist kein Krieg – aber auch kein wirklicher Frieden mehr.
Die deutsche Marine ist auf diese Bedrohungslage bisher nur mäßig vorbereitet. Bis 2022 war sie auf eine Rumpfflottille geschrumpft, mit wenig Einheiten und kaum Munition. Von den sechs verbliebenen U-Booten war zeitweise kein einziges einsatzbereit. Seit drei Jahren wird die deutsche Marine nun wieder aufgerüstet, um für die Landes- und Bündnisverteidigung einsetzbar zu sein. Hochmodern soll die Flotte werden, am besten schnell. Das bietet Raum für Innovationen aus der Wirtschaft. Aber es schafft auch Probleme, etwa bei der Beschaffung und beim Personal.