Fahrrad: Ist das Gravelbike der Allrounder für Straße und Gelände?
Seit bestimmt fünf Jahren fällt es mir jeden Sommer mehr auf: Es wird voll auf den schönsten Strecken für Rennradfahren. Die Zahl der Paare, die für sich Ausfahrten als Hobby entdeckt haben, muss deutlich zugenommen haben.
Es hat sich viel getan in den vergangenen vierzig Jahren, als mein erstes Rennrad – natürlich mit Sicherheitsbremsgriffen, Schutzblech und Gepäckträger – von mir mit großer Freude gefahren wurde. Seitdem sind acht Rennräder durch meine Hände gegangen, von Stahl bis Carbon.
Wenn dann die Frage kommt „Welches würdest du empfehlen?“, dann schwingt in meiner Antwort ein gerüttelt Maß an Erfahrung, kaputtreparierter Technik und ölverschmierter Finger mit.
Die Moden der Radindustrie
Radmodelle unterliegen Moden, wie alles. Heute muss es ein Gravel sein, so scheint es. Dabei stört auch gar nicht, dass Hersteller wie 3T zwar Gravelräder als Schwerpunkt haben, diese in ihrer Werbung aber vornehmlich auf Asphalt inszenieren.
Der Fahrradverband ZIV sah sich in seinem jüngsten Bericht der Marktdaten gar genötigt, die Kategorie Rennrad aufzuteilen, in der zuvor die Gravelräder untergeordnet waren. Und nun? Die Kategorie Gravelrad hängt mit einem Verkaufsanteil von 6,5 Prozent aller Fahrräder die Rennräder (5,0 Prozent) ab wie Tadej Pogacar seine Konkurrenten am Berg (siehe Grafik). E-Bikes waren gesondert ausgewiesen.