Unternehmen: Wie teuer Deutschlands Insolvenzen für den Staat sind
Düsseldorf. Nach Abschluss des zweiten Insolvenzverfahrens innerhalb von nur drei Jahren gab sich Arndt Geiwitz optimistisch: Der Sanierungsplan und das neue Konzept gäben dem Unternehmen „beste Chancen für eine Rückkehr in die Erfolgsspur“, lobte der Generalbevollmächtigte des Warenhausbetreibers Galeria vollmundig. Doch nicht mal ein Jahr später, im Januar 2024, beantragte Galeria zum dritten Mal Insolvenz.
„Wenn man das Insolvenzgeld aus den zwei Insolvenzen und die Staatshilfe zusammenrechnet, hat Galeria fast eine Milliarde Euro an öffentlichen Geldern bekommen“, bilanzierte damals Gerrit Heinemann, Handelsexperte der Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach. Die Verluste für Gläubiger und Mitarbeiter und die Schäden aus der dritten Insolvenz sind da nicht einmal mitgerechnet.
Galeria ist nicht das einzige Unternehmen, das gleich mehrfach Insolvenz in kurzer Abfolge beantragt hat. Bekannte Firmen wie Sinn, Reno, Esprit und Gerry Weber haben teils drei- bis viermal einen Insolvenzantrag gestellt.
Insolvenzgeld liegt nur knapp unter Rekordhoch von 2009
Joachim Ponseck, Restrukturierungsberater der Kanzlei Baker McKenzie, wundert das nicht. „Das System des deutschen Insolvenzrechts enthält Fehlanreize“, sagt er. Und die kosten die Allgemeinheit Milliardenbeträge.