Insolvenz: Billigladen-Kette Pepco flüchtet unter Schutzschirm
München. Die Deutschland-Tochter der Billigladen-Kette Pepco will sich in einem Schutzschirmverfahren sanieren. Die 64 vor allem in Ostdeutschland angesiedelten Filialen seien defizitär, begründete das Unternehmen am Donnerstag den Antrag auf ein Sanierungsverfahren nach dem deutschen Insolvenzrecht.
Ziel sei die Restrukturierung des Filialnetzes mit seinen 500 Mitarbeitern, die von der Muttergesellschaft finanziert werden soll. Die an der Börse in Warschau gelistete Pepco war 2022 auf den deutschen Markt gekommen.
Das Unternehmen, das vor allem in Osteuropa und Großbritannien („Poundland“) aktiv ist, gehört zu den Überbleibseln der deutsch-südafrikanischen Steinhoff-Gruppe, die nach einem Bilanzskandal zusammengebrochen war. Aus Österreich hatte sich Pepco bereits 2024 zurückgezogen, alle 73 Filialen dort wurden geschlossen.
Sanierungsgeschäftsführer Christian Stoffler von der Münchner Kanzlei Gerloff Liebler sagte, man sehe gute Chancen, sich auch „in dem schwierigen deutschen Einzelhandelsmarkt“ erfolgreich zu entwickeln. Der Mutterkonzern mit Sitz in den Niederlanden kündigte an, die Sanierung von Pepco Deutschland zu unterstützen und die Finanzierung sicherzustellen.
Zum vorläufigen Sachwalter wurde Gordon Geiser bestellt. Beim Schutzschirmverfahren bleibt die Geschäftsführung in der Regel weiterhin im Amt. Zuvor hatten andere Medien über die Insolvenz berichtet.