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GroßbritannienKein verpflichtender digitaler Personalausweis für die Jobsuche

Für die Jobsuche sollen Menschen in Großbritannien künftig doch keinen digitalen Ausweis vorlegen müssen. Premier Starmer ist nicht der erste, der das Vorhaben aufgeben muss. 14.01.2026 - 13:38 Uhr Artikel anhören
Premierminister Keir Starmer: Zur Steuerung der Einwanderung hatte die britische Regierung einen digitalen Personalausweis geplant. Foto: Tolga Akmen/EPA/Bloomberg

London. Die britische Regierung hat nach lautstarker Kritik ihre Pläne für verpflichtende digitale Personalausweise abgeschwächt. Aus Regierungskreisen verlautete am Mittwoch, dass Bürger und Einwohner für die Jobsuche keinen digitalen Personalausweis vorzeigen müssten. Die Regierung von Premierminister Keir Starmer hatte die Idee zuvor als Mittel zur Steuerung der Einwanderung gepriesen.

„Der digitale Personalausweis könnte neben anderen Dokumenten wie biometrischen Pässen ein Nachweis für die Arbeitsberechtigung sein“, sagte Verkehrsministerin Heidi Alexander dem Rundfunksender BBC. Die Regierung teilte mit, detaillierte Pläne für digitale Personalausweise würden nach umfassenden öffentlichen Konsultation veröffentlicht.

Starmer hatte im September angekündigt, wer keinen digitalen Ausweis nutze, könne in Großbritannien nicht arbeiten. „So einfach ist das.“ Das Vorhaben werde dazu beitragen, die irreguläre Einwanderung zu reduzieren, indem es Menschen erschwere, in der Schattenwirtschaft zu arbeiten. Außerdem werde der Zugang zu Gesundheitsversorgung, Sozialleistungen, Kinderbetreuung und anderen öffentlichen Diensten erleichtert.

Digitaler Ausweis in der Kritik

Der Premierminister sah sich umgehend heftiger Kritik ausgesetzt; Umfragen zufolge sank die Zustimmung zu digitalen Ausweisen drastisch, nachdem Starmer die Idee unterstützt hatte. Großbritannien hat seit der Zeit kurz nach dem Zweiten Weltkrieg keine verpflichtenden Personalausweise für Privatpersonen mehr, und die Idee ist seit Langem umstritten. Bürgerrechtler argumentieren, sie verletze die persönliche Freiheit und gefährde die Daten der Bürger.

Der damalige Premierminister Tony Blair versuchte vor zwei Jahrzehnten, biometrische Personalausweise einzuführen, um Terrorismus und Betrug zu bekämpfen. Der Plan wurde jedoch nach starkem Widerstand aus der Bevölkerung und dem Parlament verworfen.

Nach der jüngsten Kursänderung erklärte der Vorsitzende der oppositionellen Konservativen, Kevin Hollinrake: „Die einzige Konstante in der Labour-Politik ist der Rückzug.“ Die Sprecherin der Liberaldemokraten, Lisa Smart, sagte, Starmers Büro müsse bei diesem Tempo wohl Tabletten gegen Reiseübelkeit in großen Mengen bestellen, „um all die Kehrtwendungen zu verkraften“.

ap, dpa
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