Insolvenz: So gelingt Firmen der Neustart nach der Pleite
Düsseldorf. Die Aussichten für die Kultmarke Titus waren düster. Zur allgemeinen Zurückhaltung der Konsumenten kamen strategische Fehlentscheidungen und die misslungene Einführung eines neuen Warenwirtschaftssystems, die Umsätze fielen deutlich. Im Februar musste der Spezialhändler für Skaterbedarf Insolvenz anmelden.
Doch ein halbes Jahr später ist die Restrukturierung gelungen, das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung konnte erfolgreich abgeschlossen werden. Das Warenwirtschaftssystem läuft wieder zuverlässig, die Lieferungen kommen pünktlich, der Umsatz steigt. Titus hat in der Insolvenz sogar als erster europäischer Skateshop eine eigene App entwickelt.
Und es gibt eine klare Perspektive: 17 von 23 Shops werden weitergeführt, 100 von rund 130 Arbeitsplätzen konnten erhalten werden. Die Gründerfamilie Dittmann bleibt an Bord und hat für die Sanierung auch noch mal Geld nachgeschossen.
Eine solche Rettung ist heute nicht selbstverständlich. Die Zahl der Insolvenzen ist auf einem langjährigen Höchstwert – und immer mehr insolvente Firmen müssen endgültig abgewickelt werden. Konnte im ersten Halbjahr 2021 noch die Hälfte der im Jahr zuvor in Insolvenz gegangenen Firmen gerettet werden, sank die Rettungsquote im ersten Halbjahr 2025 auf ein Drittel, wie Zahlen der Restrukturierungsberatung Falkensteg zeigen.
Wenn die Rettung doch gelingt, ist das in der Regel kein Zufall. Insolvenzverwalter und Sanierungsberater haben für das Handelsblatt sechs Erfolgsfaktoren zusammengetragen, die Unternehmen trotz Insolvenz vor einer Betriebsaufgabe bewahren können.