Gewerbeareale: Warum Industriebrachen für Projektentwickler wichtiger werden
Berlin. Vier Jahrzehnte lang wurden im baden-württembergischen Bischweier Spanplatten produziert – ab 2011 standen die Maschinen auf dem Werksgelände still. Nun betreibt Mercedes-Benz dort, wo früher Holz gesägt wurde, ein hochmodernes Logistikzentrum. Etwa 130.000 Quadratmeter Nutzfläche hat der Projektentwickler Panattoni auf der 250.000 Quadratmeter großen ehemaligen Industriebrache für den Autokonzern gebaut. Es ist eins der größten Revitalisierungsprojekte der vergangenen Jahre, aber längst nicht das einzige.
Denn brachliegende Gewerbeflächen wie die in Bischweier werden für Projektentwickler immer relevanter. Der Grund ist simpel: Freie Grundstücke sind vielerorts Mangelware, etwa weil Kommunen weniger Flächen als Bauland ausweisen. Das ist politisch gewollt. Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 nicht mehr als 30 Hektar pro Tag für Siedlung und Verkehr neu zu beanspruchen. Ab 2050 sollen gar keine neuen Flächen mehr erschlossen werden.
Aktuelle Zahlen zeigen: Flächenverbrauch sinkt
Dass diese Bestrebungen Wirkung zeigen, belegen aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamts. 2023 nahm die Fläche, die Wohnbau, Industrie, Gewerbe sowie öffentliche Einrichtungen beanspruchen, um 35 Hektar pro Tag zu. 2020 waren es im Schnitt noch 40 Hektar. Die Statistiker führen den Rückgang auf die schwache Bautätigkeit zurück. Zudem war bei den Flächen für Industrie und Gewerbe eine deutliche Abnahme zu verzeichnen, vor allem in Brandenburg (um 7,1 Prozent) und Thüringen (um 6,7 Prozent).