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Novo NordiskNovo Nordisk stellt Aufsichtsrat nach Strategiestreit neu auf

Das dänische Unternehmen erneuert das Kontrollgremium, nachdem es sich nicht mit der Inhaber-Stiftung einigen konnte. Kurz zuvor musste bereits der Konzernchef gehen. 21.10.2025 - 17:09 Uhr aktualisiert Artikel anhören
Novo-Nordisk-Logo vor der Konzernzentrale: Die Spitze wird neu aufgestellt. Foto: REUTERS

Kopenhagen, München. Beim dänischen Pharmakonzern Novo Nordisk kommt es nach einem Strategiestreit mit dem Großaktionär zu einem massiven Umbruch im Aufsichtsrat. Der Vorsitzende Helge Lund und sechs weitere unabhängige Mitglieder, mehr als die Hälfte des Kontrollgremiums, werden ihre Mandate auf einer außerordentlichen Hauptversammlung am 14. November niederlegen, wie der Abnehmspritzenhersteller am Dienstag mitteilte.

„Nach einem Dialog mit der Novo-Nordisk-Stiftung über die künftige Zusammensetzung des Aufsichtsrats war es nicht möglich, zu einer gemeinsamen Auffassung zu gelangen“, erklärte der seit 2018 amtierende Lund.

Das Gremium habe eine Erneuerung mit ausgewählten neuen Kompetenzen bei gleichzeitiger Kontinuität vorgeschlagen, während die Stiftung eine grundlegendere Neustrukturierung angestrebt habe.

Die Stiftung ist die kontrollierende Aktionärin des Konzerns. Bereits im Mai entließ Novo Nordisk überraschend Konzernchef Lars Fruergaard Jörgensen, nachdem der Konzern seine Führungsposition im lukrativen Markt für Abnehmspritzen an den US-Konkurrenten Eli Lilly verloren hatte. Sein Nachfolger Mike Doustdar hat eine Umstrukturierung eingeleitet, die auch den Abbau von 9000 Arbeitsplätzen vorsieht.

Helge Lund: Nach einer Kraftprobe mit der Stiftung steht der Aufsichtsratschef vor dem Aus. Foto: REUTERS

„Der Umbruch im Aufsichtsrat zeigt, dass die Stiftung nach wie vor unzufrieden mit der strategischen Aufstellung und dem operativen Fortschritt des dänischen Pharmakonzerns ist und in Zukunft mehr Einfluss haben möchte“, sagt Markus Manns, Portfoliomanager bei Union Investment. Die Novo-Nordisk-Aktie gab am Dienstag nach der Mitteilung um 1,5 Prozent nach.

Die Novo-Nordisk-Stiftung will nun den früheren Novo-Chef und derzeitigen Stiftungsvorsitzenden Lars Rebien Sörensen als Übergangsvorsitzenden des Aufsichtsrats für zwei bis drei Jahre vorschlagen.

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Sörensen erklärte: „Angesichts des sich schnell verändernden Umfelds, in dem Novo Nordisk tätig ist, glauben wir, dass es im besten Interesse des Unternehmens und seiner Aktionäre ist, eine Erneuerung des Aufsichtsrats so bald wie möglich vorzunehmen, anstatt bis zur Jahreshauptversammlung im März nächsten Jahres zu warten.“ Sörensen stand von 2000 bis 2016 an der Spitze von Novo Nordisk.

Markt für Abnehmmittel verändert sich rasant

Die Novo-Nordisk-Stiftung hat zudem den ehemaligen Forschungschef von Pfizer, Mikael Dolsten, und den früheren Finanzvorstand der Danske Bank, Stephan Engels, als neue Aufsichtsratsmitglieder nominiert. Für das kommende Jahr ist außerdem die Ernennung von Helena Saxon, ehemals Finanzchefin des schwedischen Investors AB, vorgesehen.

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Der Schritt kommt zu einem Zeitpunkt, an dem sich der Markt für Abnehmmittel wandelt: Immer mehr Umsätze entstehen im sogenannten Self-Pay-Segment, da Patienten in den USA die Abnehmspritzen zunehmend selbst bezahlen. Konkurrent Eli Lilly habe diesen Trend früher erkannt als Novo Nordisk, sagte Manns. „Für Novo Nordisk ist es strategisch sinnvoll, den Aufsichtsrat neu aufzustellen, um mehr Expertise im US-Konsumentenmarkt zu gewinnen.“

Novo Nordisk geriet zusätzlich durch den Vorstoß von Donald Trump unter Druck, die Medikamentenpreise zu senken. Der US-Präsident hatte vergangene Woche angekündigt, den Preis des Blockbuster-Diabetesmittels Ozempic auf 150 Dollar pro Monat zu reduzieren.

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