Solarstrom: Warum die Energiewende bei Mehrfamilienhäusern nicht vorankommt
München. Auf den Dächern deutscher Mehrfamilienhäuser schlummert viel energetisches Potenzial. Wie viel – das haben Forscher des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) für das Energiewende-Projekt Ariadne in einer Studie hochgerechnet. Danach ließen sich dort Photovoltaik-Anlagen (PV-Anlagen) mit einer Leistung von bis zu 60,4 Gigawatt oder 60.400 Megawatt installieren. Das entspricht etwa 28 Prozent des gesetzlich vorgegebenen Ausbauziels für Solaranlagen bis 2030.
So weit die Theorie – in der Praxis bleibe dieses Potenzial weitgehend ungenutzt, sagt Andreas Fischer, Experte für Energie- und Klimapolitik beim IW. Bisher würden dort nur wenige PV-Anlagen installiert.
Diese Tatsache sorgt unter anderem bei der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS) für Frust. Gemeinsam mit dem Solarenergie-Förderverein Deutschland und der Energieagentur Regio Freiburg kritisiert die DGS die sogenannten Messstellenbetreiber und beklagt in einem offenen Brief, dass die Energiewende in Mehrparteienhäusern ausgebremst werde. Etliche Anbieter würden notwendige Dienstleistungen blockieren.
Experten wie Fischer vom IW oder Marco Wölfle vom „Center for Real Estate Studies Freiburg“ vermuten, dass eher eine Überforderung sowie rechtliche Unsicherheiten seitens der Betreiber intelligenter Stromzähler die Ursache für den schleppenden Ausbau darstellen.