Sal.-Oppenheim-Prozess: Der gefragte Zeuge Middelhoff
Der Manager leitete einst den Bertelsmann-Konzern und später die Warnhauskette Arcandor („Karstadt“, „Quelle“).
Foto: dpaDüsseldorf. Das Kriegsbeil haben Thomas Middelhoff und die Privatbank Sal. Oppenheim Anfang Juli begraben. Die Parteien einigten sich auf einen Vergleich – und beendeten damit einen jahrelang schwelenden Millionen-Streit. Doch wer dachte, „Big T“ und die Anwälte des Bankhauses würden sich nie mehr wiedersehen, irrt. Wie das Landgericht Köln am Dienstag überraschend mitteilte, wird der 63-Jährige als Zeuge im Sal. Oppenheim-Prozess seiner (Noch-)Ehefrau Cornelie geladen. Derzeit läuft die Scheidung der beiden.
Cornelie Middelhoff verlangt 32 Millionen Euro von dem Geldhaus, das inzwischen Tochter der Deutschen Bank ist. Wie einige andere Multimillionäre hatte die Middelhoff-Gattin in Immobilienfonds investiert, die Sal. Oppenheim mit dem Bauunternehmer Josef Esch als Steuersparkonzept für Reiche angepriesen hatte. Diese Papiere waren später stark in die Verlustzone geraten. Frau Middelhoff fühlt sich von der Bank falsch beraten, will ihr Geld zurück. Zudem geht es um die Freigabe von 23 Millionen Euro auf einem Festgeldkonto.
Im Verlauf der Verhandlung deutete Richter Stefan Singbartl, Vorsitzender der 21. Zivilkammer des Kölner Landgerichts, an, dass bei einigen Fonds durchaus Schadensersatzansprüche bestehen könnten.