Aktieninvestments 2020: Diese 15 Aktien schlagen den Dax
Auch 2020 hat die Aktie noch viele Vorteile.
Foto: Marc-Steffen UngerDüsseldorf. Wer will sie nicht finden, die unterbewertete Aktie, deren Kurs nur eine Richtung kennt: nach oben? Solche Werte sind dünn gesät, erst recht zu Beginn des Jahres 2020, nachdem die Börsen 2019 weltweit im Schnitt um gut 25 Prozent gestiegen sind, ohne dass die Unternehmen ihre Gewinne gesteigert haben. Das macht fast alle Aktien deutlich teurer als ein Jahr davor.
Aber der Anleger muss sich auf die Suche machen. Aktien und Dividenden sind in Zeiten der Negativzinsen das Licht am Horizont. Das Sparbuch und die Anleihen geben so gut wie keine Zinsen, Immobilien sind bereits stark im Wert gestiegen, und Rohstoffe sind aufgrund des engen Marktes und der starken Preisschwankungen sind nur bedingt zur Anlage geeignet.
Insofern hat die Aktie auch 2020 einen großen Vorteil. Aber „darauf zu setzen, dass es allein die Geldpolitik mit ihren niedrigen Zinsen richten wird und Aktien deshalb immer weiter steigen, ist fahrlässig“, warnt Aktienstratege Markus Reinwand von der Helaba. „Die Börsengesetze sind nicht außer Kraft gesetzt. Langfristig steigen Aktien nur, wenn die Unternehmen ihre Gewinne steigern.“
Darin liegt ein großes Erfolgsgeheimnis der Value-Aktien, der „Werthaltigen“: Ihre Kurse steigen, weil auch die Gewinne und Dividenden stetig steigen. Das Erfolgsgeheimnis der Growth-Aktien, der Wachstumstitel, liegt dagegen mehr im rasanten Firmenwachstum durch stetig steigende Investitionen und Umsätze, um mit herausragender Innovation und gutem Timing Wettbewerber zu überholen. So wie es Amazon in den vergangenen Jahren eindrucksvoll geschafft hat: Rasant steigende Umsätze ermunterten Firmenchef Jeff Bezos stets dazu, noch mehr zu investieren, auch auf Kosten der Gewinne.
Das Handelsblatt hat nach solchen Unternehmen gesucht. In die Kategorie „Value“ schafften es nur Unternehmen, die ihre Dividenden im vergangenen Jahrzehnt nie gesenkt und möglichst oft erhöht haben. Die jährliche Dividendenrendite muss mit deutlich über 2,0 Prozent die Rendite von Staatsanleihen übertreffen.
Darüber hinaus sind die Aktien gemessen am Unternehmensgewinn niedrig oder allenfalls moderat bewertet. Zudem liegt das für 2020 errechnete Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) unter dem von 2019. Nur so ist davon auszugehen, dass die Unternehmen in diesem Jahr ihre Gewinne gegenüber dem Vorjahr steigern werden.
In der Kategorie „Growth“ gelten andere Kriterien: Die Unternehmen sollen einen Zeitraum von mindestens zehn Jahren ihre Investitionen möglichst Jahr für Jahr steigern, ebenso ihre Umsätze und operativen Gewinne. Das macht sie zu klassischen Wachstumstiteln.
Zur Auswahl standen Aktien von mehreren Tausend Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von mindestens einer Milliarde Euro aus allen 36 OECD-Ländern. Das sind Staaten, die auf Marktwirtschaft und Demokratie setzen. Enthalten sind alle Industriestaaten. Schwellenländer, aber auch Russland und China bleiben außen vor. Zwar locken hier große Chancen, aber auch hohe Risiken, denen sich Anleger mit Einzelaktien nicht aussetzen sollten. Dafür sind Fonds und ETFs besser geeignet.
In der Kategorie „Growth“ findet sich unter den fünf porträtierten Unternehmen als einzige deutsche Firma der Weltmarktführer für Industrieküchen, Rational. Mit dem Flughafenbetreiber Fraport und dem Autovermieter Sixt schaffen es zwei deutsche Aktien in die Kategorie „Value“. Fuchs Petrolub gelang immerhin der Sprung in die dreimal so große Vorauswahl. Doch die Aktie des Schmierstoffherstellers ist, wie so viele andere, mit einem KGV von 22 bereits stattlich bewertet.
Ein Manko, das nach dem langen, weltweiten Börsenboom und dem Anlagenotstand infolge der Niedrig- und Nullzinspolitik der Notenbanken auf die meisten Aktien zutrifft. Nach solchen Perlen suchen immer mehr Anleger und kaufen sie. Umso wichtiger war es für das Handelsblatt, in der Kategorie „Value“ auf dieses Bewertungskriterium nicht zu verzichten. „Je niedriger Aktien zum Zeitpunkt der Investition bewertet sind“, so Aktienmarktexperte Reinwand, „desto höher ist die darauf folgende Rendite.“
Das Unternehmen ist über Jahre im Ausland gewachsen und hat zahlreiche Beteiligungen an Flughäfen.
Foto: Simone M. Neumann
Eiffage: Stark bei Infrastruktur
Die französische Gruppe ist in den Bereichen Bau, Infrastruktur, Energie und Konzessionen aktiv. In den vergangenen zehn Jahren hat sie das operative Ergebnis verdoppelt. Die Dividende wurde ebenfalls um 100 Prozent erhöht. Anders als beim größeren Konkurrenten Vinci spielt das Konzessionsgeschäft, also der Kauf und Betrieb von großen Infrastrukturen wie Flughäfen und Autobahnen, noch keine überragende Rolle. Eiffage expandiert hier aber, hat beispielsweise vor Kurzem von den Chinesen knapp die Hälfte des Kapitals des Airports Toulouse-Blagnac in Südfrankreich übernommen.
Die seit 1993 bestehende Gruppe ist noch ganz überwiegend vom Geschäft in Europa und hier von Frankreich abhängig. Große Aufträge wie der Ausbau des Metronetzes in Paris und Umgebung mit Blick auf die Olympischen Spiele 2024 sorgen für eine dynamische Entwicklung des Geschäfts. Im Laufe des vergangenen Jahres nahm der Umsatz bei der Erstellung von Infrastrukturen um 19 Prozent zu, mehr als doppelt so viel wie die Zuwachsrate der gesamten Erlöse.
Autor: Thomas Hanke
Daiwa House Industry: Gefragte Lagerhallen
Einfamilienhäuser halten in Japan kaum 30 Jahre, jede Generation baut sich also ein neues Heim. Ein stabiler Markt, auch wenn die Bevölkerung schrumpft. Die erfolgreichsten Unternehmen aus der Branche wie Daiwa House verzeichnen trotzdem starkes Wachstum. Den Betriebsgewinn versiebenfachte Daiwa zwischen 2009 und 2018 auf 372 Milliarden Yen (drei Milliarden Euro), die Dividende auf 114 Yen. Vor allem das Wachstum bei Wohnhochhäusern, Bürogebäuden und Logistikzentren dürfte im laufenden Bilanzjahr mit 35,9 Milliarden Euro für einen neuen Umsatzrekord sorgen.
Inzwischen erzielen die Geschäfte mit Unternehmenskunden bereits 42 Prozent des Umsatzes und zwei Drittel der Gewinne. Große Hoffnungen setzt Konzernchef Keiichi Yoshii auf Lagerhallen. Der Boom bei Internetbestellungen würde die Nachfrage treiben. Bis 2023 will er vier Milliarden Euro in den Markt investieren.
Autor: Martin Koelling
Fraport: Das breite Portfolio hilft in schwierigen Zeiten
Auf den ersten Blick sieht die Situation beim größten deutschen Flughafenbetreiber nicht rosig aus. Der Flughafenverband ADV erwartet, dass das Passagierwachstum an den deutschen Airports 2020 um 0,7 Prozent zurückgehen wird. Auch Fraport spürt in Frankfurt die Schwäche. Dort sank die Zahl der Fluggäste im November um 3,4 Prozent. Fraport-Chef Stefan Schulte hat deshalb die Jahresprognose bei der Passagierzahl mittlerweile leicht nach unten korrigiert.
Doch die Zahl der Fluggäste ist wenig aussagekräftig, wenn es um die Wirtschaftskraft des Unternehmens geht. Fraport ist über Jahre im Ausland gewachsen und hat zahlreiche Beteiligungen an Flughäfen. In den meisten Ländern brummt das Geschäft. Dem Bericht zum dritten Quartal 2019 ist zu entnehmen, dass auf der Ergebnisseite (Ebit) rund ein Drittel aus dem Ausland stammt. „Abgesehen von Bulgarien haben wir immer noch Wachstum.
Das zeigt die Stärke“, sagte Schulte bei der Vorstellung des Berichts Anfang November. Jarrod Castle, Analyst bei UBS, empfiehlt deshalb Aktien wie die von Fraport, weil diese Airport-Betreiber im aktuell schwierigen Umfeld ein gewisses „Selbsthilfepotenzial“ hätten.
Autor: Jens Koenen
JP Morgan Chase: Beliebter Bankenriese
James Dimon ist der am längsten amtierende Chef einer Wall-Street-Bank. Und der CEO von JP Morgan Chase ist noch voller Tatendrang. Gerade ist er dabei, die Vermögensverwaltung umzubauen, um mit Konkurrenten besser mithalten zu können. Die Aktie der größten amerikanischen Bank legte im vergangenen Jahr knapp 40 Prozent zu und schlug damit deutlich den Bankenindex von KBW.
JP Morgan ist bekannt dafür, besser abzuschneiden als die Wettbewerber und die Erwartungen der Analysten zu überbieten. Star-Investor Warren Buffett zählt zu den Fans der Bank. Der Chef der Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway stieg Ende 2018 bei JP Morgan ein und hält rund zwei Prozent der Anteile.
Dieses Jahr wird Analysten zufolge kein einfaches für die Finanzindustrie werden. Steven Chubak von Wolfe Research verweist auf die Unsicherheit im Jahr der Präsidentschaftswahl, die die Aktivitäten auf den Kapitalmärkten drücken werde. Dennoch sei JP Morgan gut positioniert, selbst eine Rezession zu überstehen.
Autorin: Astrid Dörner
Lockheed Martin Corp: Gute Geschäfte mit Rüstung
Die Aktie hat im vergangenen Jahr bereits knapp 40 Prozent zugelegt und gehörte damit zu den Top-Performern der Branche.
Foto: ReutersDer amerikanische Rüstungskonzern Lockheed Martin könnte sich kaum einen besseren US-Präsidenten wünschen. Donald Trump hat den Rüstungsetat drastisch aufgestockt – und Lockheed Martin bekommt davon ein gutes Stück ab. Im vergangenen Jahr hat das Pentagon 478 Kampfflugzeuge des Typs F-35 im Wert von 34 Milliarden Dollar bestellt. Außerdem werden die Navy und die Air Force mit neuen Sikorsky-Hubschraubern ausgestattet.
Den Umsatz konnte Lockheed Martin den jüngsten Schätzungen zufolge im vergangenen Jahr wohl um weitere acht Prozent auf mehr als 58 Milliarden Dollar steigern. Der Gewinn soll um ein Fünftel auf sechs Milliarden geklettert sein. Auch für die Zukunft ist vorgesorgt: Zum Ende des Jahres war das Orderbuch laut Lockheed Martin mit Aufträgen im Wert von 140 Milliarden Dollar gut gefüllt.
Zuletzt hatte das Unternehmen wieder einmal seine eigenen Erwartungen übertroffen und den Ausblick fürs Jahr erhöht. Außerdem hält der Konzern die Investoren mit hohen Dividenden und Aktienrückkäufen bei Laune. Gewinnt Trump die Wahl im November, wird die Aktie ein Gewinner sein.
Autorin: Katharina Kort
Mayr-Melnhof Karon: Profiteur des Klimaschutzes
Der bereits 1850 gegründete Holzkonzern Mayr-Melnhof Karton AG könnte ein Profiteur des Klimawandels sein. Um künftig energieintensive Produkte wie Plastik zu vermeiden, bietet der steirische Konzern mit steigendem Erfolg seine Holzprodukte als nachhaltige Alternative an. Der Hersteller von Recyclingkartons und Verpackungen versteht sich als Teil der Lösung, um den CO2-Ausstoß zu verringern.
Im dritten Quartal überraschte Mayr-Melnhof mit guten Zahlen. Die Erlöse stiegen in den ersten neun Monaten auf 1,9 Milliarden Euro. Die Ebitda-Marge legte auf über 15 Prozent zu. Das Geschäftsfeld Karton profitierte von stabilen Preisen und Kostensenkungen. Bei der Verpackungssparte wurde die 2018 für 278 Millionen erworbene der Tann-Gruppe, weltweit führender Hersteller für Zigarettenfilterpapier, erstmals konsolidiert.
Die Analysten von der Deutschen Bank, Erste Bank und Raiffeisen Centro Bank sehen die Aktie als klaren Kauf. Doch Mayr-Melnhof ist stark von den Rohstoffpreisen und der Konjunktur in Europa abhängig – und beides ist traditionell schwer einzuschätzen.
Autor: Hans-Peter Siebenhaar
PNC Financial Services: Abseits der Wall Street
PNC steht oft im Schatten von JP Morgan, Goldman Sachs und Co. Doch David George vom Analysehaus Baird zählt die nach Vermögenswerten achtgrößte Bank zu seinen bevorzugten Bankaktien für dieses Jahr. Das Geldinstitut aus Pittsburgh im US-Bundesstaat Pennsylvania biete „hohe Qualität und hat aggressiv in neue Technologien und in organisches Wachstum investiert“, so sein Fazit.
Die Aktie hat im vergangenen Jahr bereits knapp 40 Prozent zugelegt und gehörte damit zu den Top-Performern der Branche. PNC sei derzeit relativ hoch bewertet mit dem Dreizehnfachen der erwarteten Gewinne für 2021. Das ist George zufolge auch gerechtfertigt, weil die Kreditqualität deutlich besser sei als bei vergleichbaren Geldhäusern. Er rät dazu, auf eine kleine Kurskorrektur zu warten und dann zuzugreifen.
Doch auch PNC ist nicht immun gegen Risiken, die die Branche insgesamt in diesem Jahr erwartet. Knapp 60 Prozent der Erträge kommen aus Zinserträgen, und CEO William Demchak hat bereits gewarnt, dass durch die gesunkenen Leitzinsen der amerikanischen Notenbank auch der Zinsüberschuss im vierten Quartal sinken wird. Was die wenigsten wissen: PNC hält 22 Prozent am weltgrößten Vermögensverwalter Blackrock. In den Augen der Ratingagentur Moody’s kann die Beteiligung im Ernstfall als wichtiger Kapitalpuffer dienen.
Auch Starinvestor Warren Buffett ist ein Fan von PNC. Der Chef der Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway baute seine Position im vergangenen Jahr noch einmal aus.
Autorin: Astrid Dörner
Royal Bank of Canada: Kanadas Liebling
Die Royal Bank of Canada (RBC) ist nach Marktkapitalisierung die zehntgrößte Bank weltweit und die fünftgrößte in Nordamerika. Doch in Sachen Eigenkapitalrendite liegt sie ganz weit vorn: RBC erzielte im vergangenen Jahr 16,7 Prozent, mehr als der Branchendurchschnitt, der bei 12,3 Prozent liegt. Branchenprimus JP Morgan Chase kommt auf 14,6 Prozent.
Auf RBC ist Verlass. Die Bank zahlt seit mehr als 100 Jahren eine Dividende. Die kanadischen Finanzauflagen gelten weltweit als besonders konservativ. Kanadische Banken, allen voran RBC, würden sich langfristig in einem „stabilen, profitablen Bankenumfeld befinden und haben vielversprechende Wachstumschancen in anderen Ländern“, stellt Analyst Benjamin Sinclair vom kanadischen Finanzdienstleister Odlum Brown klar.
RBC erzielt 62 Prozent des Geschäfts in Kanada, 23 Prozent in den USA. Anders als die Konkurrenz von TD Bank und Canadian Imperial hat RBC-Chef David McKay für dieses Jahr keine Entlassungen geplant. Er wolle unprofitable Bereiche kürzen, aber keine Stellen, sagte er Anfang der Woche auf einer Branchenkonferenz.
Autorin: Astrid Dörner
Vinci SA: Gold aus Infrastruktur
2019 lag der Umsatz voraussichtlich bei mehr als 66 Milliarden Dollar.
Foto: dpaDer französische Weltmarktführer stellt praktisch zwei Unternehmen in einem dar: Das vom Umsatz her kleinere, Vinci Konzessionen, betreibt weltweit Flughäfen und Autobahnen. Das größere, Vinci Bau, ist eine Baugesellschaft, die klassischen Hoch- und Tiefbau betreibt, sich aber zunehmend auf komplexe Projekte wie den Neubau und die Modernisierung von U-Bahnen oder Kraftwerken spezialisiert.
Die Konzessionen steuern rund drei Viertel des Gewinns bei. Mit ihren inzwischen 46 Airports sind die Franzosen zum viertgrößten Betreiber weltweit aufgestiegen. Von Japan über Kambodscha, Serbien, Frankreich und Portugal: Wer ein Flugzeug besteigt, erledigt das mit großer Wahrscheinlichkeit von einem Vinci-Flughafen aus. Der stete Einnahmestrom erlaubt es dem Unternehmen, stabile, recht hohe Dividenden auszuschütten. In zehn Jahren hat Vinci das operative Ergebnis um 60 Prozent gesteigert.
Ein Nachteil des Geschäfts: Die Übernahme oder der Bau der Verkehrsinfrastruktur erfordert teure Anfangsinvestitionen, die erst langsam amortisiert werden. Daher will Vinci nicht auf das Baugeschäft verzichten, selbst wenn es stark konjunkturabhängig ist und vergleichsweise schwache Margen abwirft.
Einen Schatz hat Vinci gerade erst begonnen zu heben: die gigantische Menge an Daten, die Flughäfen und vor allem Autobahnen über die ‧Passagier- und Fahrzeugbewegungen generieren. Jedes Auto an jeder Mautstelle wird gefilmt – da winken Möglichkeiten, die Vinci für neue Geschäftsmodelle nutzen will.
Autor: Thomas Hanke
Sixt SE: Die Familie macht mobil
Seit über 100 Jahren vermietet die Familie Sixt Autos, seit mehr als 30 Jahren ist das Unternehmen an der Börse. Eine gute Kombination: Denn unter der Führung von Vater Erich und den Söhnen Konstantin und Alexander hat sich die Sixt SE zu einem internationalen Mobilitätskonzern entwickelt. Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2019 peilt das Unternehmen erneut kräftige Zuwächse an, die operative Umsatzrendite liegt aktuell bei 13,7 Prozent. Davon profitieren auch die Aktionäre: Im Gegensatz zu den stagnierenden Autobauern Daimler und BMW hat sich der Kurs seit 2015 verdoppelt.
Sixt, Marktführer bei Autovermietungen in Deutschland, expandiert. Nach Frankreich und Spanien wagten die Münchener sich 2017 auf den US-Markt, dort ist Sixt bereits die Nummer vier.
Zudem digitalisiert Sixt konsequent das Geschäft. Seit Anfang 2019 können Autos wahlweise für Minuten oder Tage gebucht werden, Carsharing und Autovermietung werden zu einem Produkt. Auf der „One App“ von Sixt können zudem auch Taxis und Mitfahrdienste gebucht werden. Ein so umfassendes Konzept hat bislang noch kein Konkurrent auf die Beine gestellt.
Autor: Markus Fasse
Facebook: Skandalresistent
Facebook kommt zwar kaum aus den Schlagzeilen heraus. Aber wirtschaftlich läuft es für den Giganten der sozialen Medien prächtig. Zwar musste der Gründer und Chef Mark Zuckerberg schon mehrfach vor dem Kongress aussagen. Mal ging es um Wahlbeeinflussung im Jahr 2016, mal um die Privatsphäre der Nutzer und mal um seine neuen Pläne für die Kryptowährung Libra. Die demokratische Präsidentschaftskandidatin Elizabeth Warren will Facebook zusammen mit Google und Amazon am liebsten komplett zerschlagen. Aber bisher lässt dies alles das Geschäft und den Aktienkurs kalt.
Die Senkung der Unternehmensteuern hat auch Facebook einen Milliardensegen beschert. 2018 hat Facebook bei einem Umsatz von knapp 56 Milliarden Dollar mehr als 22 Milliarden Dollar Gewinn geschrieben. Im vergangenen Jahr lag der Umsatz voraussichtlich bei mehr als 66 Milliarden Dollar.
Zu Facebook gehören neben dem berühmten gleichnamigen sozialen Netz auch der Nachrichtendienst WhatsApp und der erfolgreiche Fotodienst Instagram. Damit bedient das Unternehmen aus Kalifornien alle Altersklassen und viele Regionen der Welt.
Autorin: Katharina Kort
Booking Holdings: Profitables Reiseportal
Booking Holdings gehört zu einem der ältesten Online-Reiseportale. Vor 23 Jahren wurde das Unternehmen mit Sitz in Norwalk, Connecticut, unter dem Namen Priceline gegründet.
Seit 2018 firmiert es unter dem Namen Booking Holdings. Zu den Portalen gehören außer Booking und Priceline auch Kayak, Cheapflights und der Restaurant-Reservierungsdienst Open Table. Booking und Expedia sind die beiden größten Reiseportale weltweit.
Der größte Unterschied der beiden liegt in den Kommissionen: Booking verdient sein Geld nur mit den Provisionen, die die Anbieter zahlen. Kunden, die ihre Reisen buchen, werden nicht zur Kasse gebeten. Damit fährt die Holding äußerst gut: Umsatz und Gewinn konnte Booking in den vergangenen Jahren stets steigern.
2018 verdiente Booking bei einem Umsatz von 14,5 Milliarden Dollar netto knapp vier Milliarden Dollar. 2019 wird das Unternehmen Schätzungen zufolge fast 15 Milliarden Dollar Umsatz erreicht und den Gewinn auf 4,3 Milliarden Dollar gesteigert haben. Viele Analysten halten das Unternehmen für unterbewertet.
Autorin: Katharina Kort
HCA Healthcare: Lukrative Klinik-Kette
Die amerikanische Klinik-Kette aus dem Bundesstaat Tennessee betreibt Krankenhäuser und OP-Zentren in mehr als 20 US-Bundestaaten und in Großbritannien. Mit seinen fast 200 000 Mitarbeitern setzte HCA Healthcare im vergangenen Jahr nach den jüngsten Schätzungen 50 Milliarden Dollar um und verdiente netto 3,5 Milliarden Dollar.
Dabei hat das 1968 von Ärzten und Investoren gegründete Unternehmen eine bewegte Geschichte hinter sich. Schon ein Jahr nach der Gründung ging HCA Healthcare an die Börse. Zwei Jahrzehnte später wurde es von einem der Gründer für fünf Milliarden Dollar von der Börse genommen, um es 1992 wieder am Markt zu platzieren.
Es folgten verschiedene Fusionen, und 2006 nahm die Gründerfamilie HCA mit der Hilfe von Finanzinvestoren und Merrill Lynch erneut von der Börse, diesmal für knapp 27 Milliarden Dollar. Auch diesmal wurde das Unternehmen vier Jahre später zurück an den Aktienmarkt gebracht. Heute wird HCA am Markt mit 50 Milliarden Dollar bewertet. Weiter steigende Kurse sind laut Analysten zu erwarten.
Autorin: Katharina Kort
Rational: Klasse hat ihren Preis
Wer „Value“ und „Growth“ in einem haben will, also eine werthaltige Aktie gepaart mit rasantem Wachstum, stößt auf Rational. Der Hersteller von Großküchen für Schulen, Universitäten und Krankenhäuser fährt seit vielen Jahren einen Rekord‧gewinn nach dem nächsten ein, der Aktienkurs kennt nur eine Richtung: nach oben. Seit dem Börsengang im Jahr 2000 hat sich der Kurs fast verzwanzigfacht.
Das Erfolgsmodell besteht aus Wachstum in der Nische – und aus eigener Kraft. Wie kaum ein anderer Konzern verkörpert die Landsberger Firma Wachstum, Innovation und Beständigkeit: Im vergangenen Jahrzehnt sind die Umsätze und Investitionen ohne Ausnahme Jahr für Jahr gestiegen. Nur jeden fünften Euro erwirtschaften die Bayern in Deutschland. Eines kann die Aktie aber nicht: billig.
Anleger, die sich heute für einen Kauf entscheiden, bezahlen das Unternehmen, und heruntergerechnet jede Aktie, mit dem 42-fachen Jahresnettogewinn. Damit ist Rational stattlich bewertet und mit über 700 Euro pro Anteilschein nicht nur optisch teuer.
Autor: Ulf Sommer
TE Connectivity: Gefragte Verbindungen
Falls Sie noch nicht von der Schaffhäuser Firma TE Electronics gehört haben, sind Sie sicher nicht allein: Das schweizerisch-amerikanische Unternehmen hat sich auf Sensoren und Steckverbindungen spezialisiert – und macht in der Nische ansehnliche Gewinne, zur Freude der Aktionäre.
Das Unternehmen ging 2007 aus der Aufspaltung des Mischkonzerns Tyco hervor und notiert an der US-Börse Nyse. Heute hebt kaum ein Flugzeug vom Boden ab, ohne dass darin Stecker von TE verbaut wurden. Und die Sensoren der Schaffhäuser Firma stecken in vielen Automobilmodellen großer Hersteller, darunter das Model 3 von Tesla. Megatrends wie Elektromobilität und autonomes Fahren versprechen Wachstum.
Zwar bekam auch TE im abgelaufenen Geschäftsjahr die maue Konjunktur zu spüren – Firmenchef Terrence Curtin sprach von einem „herausfordernden Umfeld“. Trotzdem erwirtschaftete die Firma einen ansehnlichen freien Cashflow von 1,6 Milliarden Dollar. Rund zwei Drittel davon will TE an die Aktionäre ausschütten, seit 2010 wurde die Dividende jährlich gesteigert.
Autor: Michael Brächer